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Verschollenes U-Boot Die Hoffnung schwindet

Seit fünf Tagen wird ein argentinisches U-Boot im südlichen Atlantik vermisst. Wind und Wellen erschweren die Suche der Helfer und die Sauerstoffreserven an Bord könnten knapp werden.

20.11.2017 16:36
Argentinisches U-Boot ARA San Juan vermisst
Das vermisste U-Boot der argentinischen Marine auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2014. Foto: dpa

Die internationale Suche nach einem seit Tagen verschollenen argentinischen U-Boot wird zum Wettlauf gegen die Zeit. Die „ARA San Juan“ mit ihrer 44-köpfigen Besatzung  ist seit Mittwoch verschollen. Das U-Boot verfüge über eine Sauerstoffreserve für sieben Tage, sollte es nicht auftauchen können, sagte Marinesprecher Enrique Balbi am Montag vor der Presse in Buenos Aires. Es sei inzwischen ausgeschlossen worden, dass sieben von einem Satellitenunternehmen erfasste Anrufversuche von dem U-Boot ausgegangen seien, erklärte er. Dies war anfänglich erhofft worden.

Die Suchaktion nach dem U-Boot geht trotz schwerer See mit Hochdruck weiter. 16 Schiffe und zehn Flugzeuge aus sieben Ländern sichten eine Fläche von 43 000 Quadratkilometern im Südatlantik, um die „ARA San Juan“ zu orten. Der anhaltend hohe Wellengang von bis zu sieben Metern und der starke Wind von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erschwerten jedoch weiterhin die Suche, erklärte Marinesprecher Balbi.

U-Boot meldete Batterie-Panne

Bei der letzten Verbindung mit seinem Marinestützpunkt am Mittwoch habe das U-Boot eine Batteriepanne gemeldet, erklärte ein weiterer Marinesprecher, Kapitän Gabriel Galeazzi, im U-Boot-Stützpunkt Mar del Plata. Es sei dann angeordnet worden, das U-Boot solle auf kürzester Route den Heimathafen Mar del Plata anlaufen, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires. Gleichzeitig seien erste Schiffe zur Unterstützung des U-Boots ausgelaufen.

Zum Zeitpunkt der letzten Funkverbindung fuhr das U-Boot durch den Golf von San Juan südöstlich der Halbinsel Valdés. Die Marine hat erst zwei Tage später das Ausbleiben von weiterer Verbindung mit dem U-Boot bekanntgegeben.

„Es besteht große Ungewissheit wegen des Ausbleibens von Zeichen, die uns zur Ortung des U-Boots führen könnten“, sagte Balbi. Die Wetterbedingungen sollen sich erst am Dienstag bessern, womit die Echoortung der Schiffe und Flugzeuge effektiver werde.

Papst betet für U-Boot-Besatzung

Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot mit einer Kiellänge von 65 Metern war in Ushuaia in Feuerland ausgelaufen und sollte am Wochenende Mar del Plata erreichen.

US-Transportmaschinen brachten am Sonntag ein Mini-U-Boot und weitere Ausrüstung für Unterwasser-Bergungen in die patagonische Küstenstadt Comodoro Rivadavia. Papst Franziskus, gebürtiger Argentinier, sagte in Rom, dass er für die Besatzung des verschollenen U-Boots bete.

Die „Ara San Juan“ wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut. Nach dem Stapellauf 1983 wurde das U-Boot 1985 von der Marine in Dienst genommen. Ab 2007 wurde es in einer argentinischen Werft einer allgemeinen Überholung unterzogen, die wegen Etat-Kürzungen erst 2014 abgeschlossen wurde. (dpa)

 

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