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Vermisste Tramperin Sophia L. gefunden?

An einem brennenden Lastwagen nimmt die spanische Polizei einen Mann fest. Der 41-Jährige führt die Ermittler zu einer Frauenleiche. Alles deutet darauf hin, dass es die vermisste Studentin aus Leipzig ist.

Frauenleiche in Nordspanien gefunden
Ermittler finden eine Frauenleiche nahe der Autobahn. Foto: dpa

„Alles spricht dafür, dass es sich um den Leichnam der Gesuchten handelt“, erklärte am Freitag ein Sprecher der Ertzaintza, der baskischen Regionalpolizei. Die Gesuchte ist Sophia L., eine 28-jährige Deutsche, die in Leipzig Germanistik studierte. Am Donnerstag vergangener Woche hatte sie sich von ihrem Studienort per Autostopp auf den Weg in ihre Heimatstadt Amberg gemacht. Doch sie kam nie an. Sie starb, mutmaßlich ermordet. Eine Woche nach ihrem Aufbruch in Leipzig wurde ein Leichnam in der Nähe einer Tankstelle in der baskischen Ortschaft Egino, im Norden Spaniens, gefunden.

Ihr Fall hat in Deutschland Aufsehen erregt. Eine junge Frau, die beim Trampen verschwindet: Das fürchten viele besorgte Eltern, wenn sie hören, dass ihre Tochter zu trampen wagt. Als L. nicht zu Hause ankam, schalteten ihre Eltern am nächsten Tag die Polizei ein. Und die fand über die Auswertung der Bilder von Sicherheitskameras schnell heraus, bei wem die Studentin an jenem Donnerstagnachmittag auf der Raststätte Schkeuditz bei Leipzig eingestiegen war: bei einem marokkanischen Lastwagen-Fahrer. Ein Nordafrikaner – das heizte die Stimmung an. Sophias Bruder Andreas L. schrieb auf Facebook: „Wir möchten darauf hinweisen, dass die Nationalität eines möglichen Täters nichts mit seinen Taten zu tun hat. Sophia ist in der Unterstützung von Geflüchteten aktiv und engagiert sich gegen rechts.“

Der Lastwagen und sein Fahrer wurden zur europäischen Fahndung ausgeschrieben, mit Erfolg. Am Dienstag fand die spanische Guardia Civil den Lastwagen auf der Autobahn bei Carboneros, einem Ort in der andalusischen Provinz Jaén. Der 41-jährige Fahrer wurde festgenommen. Und gestand offenbar. Jedenfalls berichtete er den Beamten, wo Sophias Leiche zu finden sei: bei der Tankstelle in Egino, rund 650 Kilometer nördlich von seinem Festnahmeort.

Am Donnerstagnachmittag machten sich Beamte der baskischen Ertzaintza auf die Suche. Gegen 15.25 Uhr fanden sie einen Körper, halb verbrannt, notdürftig mit ein paar Zweigen bedeckt, in einem Graben zwischen der Tankstelle in Egino und einem benachbarten Hotel. Ganz offensichtlich die Leiche L.s. Sie wurde ins gerichtsmedizinische Institut ins benachbarte Vitoria gebracht. Am Freitagnachmittag stand die Bestätigung ihrer Identität noch aus.

Die Polizei versucht jetzt herauszufinden, was in den Tagen nach dem Verschwinden L.s im Einzelnen geschah. Alles spricht dafür, dass der Lkw von Deutschland quer durch Frankreich fuhr und bei Irún die Grenze nach Spanien querte. Von dort sind es noch 100 Kilometer weitgehend gebührenfreier Autobahn nach Egino. Hier soll sich der Fahrer der Leiche entledigt haben. Sophia L.s letztes Lebenszeichen war eine Verbindung ihres Handys zum Mobiltelefonnetz um 19.45 Uhr am Tag ihres Verschwindens.

Der Fahrer fuhr danach über die Autobahn immer weiter nach Süden, vermutlich Richtung Algeciras an der Südspitze Spaniens, um dort mit der Fähre nach Marokko überzusetzen. Bis er auf etwa halbem Wege gestoppt wurde.

Nach Informationen eines Sprechers der Guardia Civil in Jaén war der Lkw am Dienstagvormittag bei Carboneros in Brand geraten. Ob der Fahrer das Fahrzeug anzündete, um mögliche Spuren zu verwischen, oder ob der Laster zufällig in Flammen aufging, wird zurzeit noch untersucht. Am Ort des Feuers nahm die Guardia Civil den Fahrer fest und bemerkte, dass er per Europäischem Haftbefehl gesucht wurde.

Am Mittwoch übergaben ihn die Beamten dem Nationalen Gerichtshof in Madrid, wo er die Ermittler schließlich über den späteren Fundort des Leichnams informierte. Die zuständige Untersuchungsrichterin erließ daraufhin am Donnerstag Haftbefehl wegen Mordverdachts gegen den Marokkaner. Er wurde noch am selben Tag in ein Gefängnis in der Nähe von Madrid gebracht. Von dort soll er nun in den kommenden Tag nach Deutschland ausgeliefert werden.

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