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Unglück in Pakistan Lawine verschüttet mindestens 135 Menschen

Eine Lawine hat auf einem Gletscher im Himalaja einen Militärstützpunkt mit mindestens 135 Menschen verschüttet, die meisten von ihnen pakistanische Soldaten. Helikopter, Lawinensuchhunde und hunderte Soldaten sind im Einsatz, um die Verschütteten unter den mehr als 20 Meter hohen Schneemassen zu finden,

07.04.2012 12:21
Eine Lawine begräbt am Siachen-Gletscher im Himalaja mindestens 100 pakistanische Soldaten unter sich. Foto: dpa

Die Lawine stürzte am Samstagmorgen auf das Hauptquartier eines Bataillons in der Region Kaschmir entlang der Grenze zu Indien, wie das pakistanische Heer mitteilte.

Mehr als zwölf Stunden nach dem Unglück waren noch keine Überlebenden entdeckt worden. Der Zwischenfall ereignete sich gegen 5.45 Uhr Ortszeit auf dem Siachen-Gletscher im Norden der geteilten und sowohl von Pakistan als auch Indien beanspruchten Region Kaschmir. In dem Gebiet stehen sich tausende pakistanische und indische Soldaten gegenüber. Sie sind in Höhen bis zu 6.700 Metern stationiert. Der Siachen-Gletscher gilt als das höchstgelegene Kampfgebiet der Erde. In dem jahrzehntelangen Konflikt um Kaschmir sind dort mehr Soldaten durch das kalte Wetter ums Leben gekommen als durch Kampfhandlungen. Seit einer Waffenruhe 2003 ist es dort ruhig geblieben.

Soldaten und Zivilpersonen vermisst

Bei den Vermissten handelt es sich nach Militärangaben um mindestens 124 Soldaten und elf Zivilpersonen. Das Hauptquartier in Gayari, das am Samstag von der Lawine getroffen wurde, liegt in rund 4.570 Metern Höhe in einem Tal zwischen zwei hohen Bergen nahe einem Militärkrankenhaus, wie ein einst dort stationierter Offizier erklärte. „Ich kann nicht begreifen, wie eine Lawine diesen Ort erreichen kann“, sagte er. „Er hätte eigentlich sicher sein sollen.“

In einer Erklärung äußerte Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani sein Entsetzen über das Unglück. Es werde aber die hohe Kampfmoral der Soldaten nicht untergraben, sagte der Regierungschef. Pakistan und Indien haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. (dapd)

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