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Unfall von Michael Schumacher "Er war nicht allzu schnell unterwegs"

Ärzten zufolge geht es dem Formel-1-Rekordmeister Michael Schumacher etwas besser. In der Klinik gab es einen Zwischenfall mit einem falschen Priester, außerdem wurden Details zu dem Sturz bekannt.

31.12.2013 10:20
Michael Schumacher (Archivfoto). Foto: dpa

In der Uniklinik von Grenoble hat ein als Priester verkleideter Journalist versucht, Zugang zu dem schwer verletzten Michael Schumacher zu erhalten. Das berichtete seine Managerin Sabine Kehm laut welt.de bei einer Pressekonferenz. Glücklicherweise sei die Sache aufgeflogen, der falsche Priester musste die Klinik verlassen.

Der Gesundheitszustand des schwer verunglückten ehemaligen Formel-1-Weltmeisters hat sich inzwischen verbessert. Dennoch befindet sich der 44-Jährige weiterhin in einer kritischen Verfassung. Nach einer erneuten Kopfoperation ist die Gesamtsituation aber zumindest "etwas besser unter Kontrolle", wie die Ärzte im Klinikum Grenoble am Dienstagvormittag mitteilten.

Schumacher ist aber auch nach dem rund zweistündigen Eingriff, bei dem ein Hämatom im Gehirn entfernt wurde, nicht außer Lebensgefahr. Er befindet sich weiterhin im künstlichen Koma. Man könne aber von einer Stabilisierung des Gesamtzustandes sprechen, erklärten die Ärzte bei einer Pressekonferenz.

Managerin schildert Details

Unterdessen wurden Details zum Unfallhergang bekannt. Michael Schumacher hat demnach unmittelbar vor seinem schweren Skiunfall einem auf der Piste gestürzten Freund geholfen. Anschließend sei Schumacher in den Tiefschneebereich zwischen zwei Pisten gefahren, berichtete seine Managerin Sabine Kehm am Dienstag in Grenoble unter Hinweis auf Schilderungen von Begleitern. "Michael war nicht allzu schnell unterwegs", sagt Kehm; der Aufprall auf einen Felsen habe ihn in die Luft katapultiert, anschließend sei Schumacher auf einen anderen Felsen gestürzt. Kehm nannte das "eine extreme Verkettung von extrem unglücklichen Umständen".

Dort sei der 44-Jährige beim Ansatz zu einer Wende gegen eine Felsen gefahren und in die Luft geschleudert worden. Kopfüber sei er dann auf einen Felsen gestürzt, sagte Kehm vor Journalisten.
Schumacher war demzufolge nicht mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs.

Kein Zeitpunkt für konkrete Vorhersagen

"Die Situation ist jetzt unter besserer Kontrolle als gestern, wir können aber nicht sagen, dass er außer Gefahr ist", betonte der Chef der Anästhesie-Abteilung, Jean-François Payen. «Wir haben mehr Zeit gewonnen. Die kommenden Stunden sind aber von entscheidender Bedeutung», bekräftigte der Mediziner. "Wir arbeiten uns Stunde für Stunde voran." Es gebe Phasen der Stabilität, dann aber auch wieder Veränderungen.

"Wir müssen realistisch sein. Die ganze Familie ist sich im Klaren darüber, dass die Situation kritisch ist", betonte Professor Gérard Saillant, der als Freund mit nach Grenoble gereist ist. Er kennt Schumacher seit vielen und behandelte den siebenmaligen Weltmeister nach dessen schwerem Rennunfall 1999 in Silverstone.

Der lebensgefährliche Unfall auf Skiern passierte am Sonntagvormittag in Méribel. Schumacher war gestürzt und abseits der markierten Pisten mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Sein Helm soll Medienberichten zufolge dabei kaputt gegangen sein. Das konnten die Ärzte aber nicht bestätigen.

Dramatische Situation am Montag

Schumacher war unmittelbar nach dem Unfall ansprechbar, aber verwirrt. Er wurde letztlich in die renommierte Traumatologische Abteilung des Universitätskrankenhauses von Grenoble gebracht. Weil sich der Zustand des Kerpeners verschlechtert hatte, wurde Schumacher dort umgehend notoperiert.

Wie dramatisch die Situation vor allem am Montag noch war, wurde bei der Pressekonferenz am Dienstag deutlich."Wir sind etwas weniger besorgt als gestern", meinte Saillant. "Wir wollen diese Schlacht gewinnen." (dpa/zys)

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