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Trauerfeier für George H. W. Bush Bizarrer Auftritt von Trump bei Trauerfeier

Donald und Melania Trump nehmen am Staatsakt für Ex-Präsident George H. W. Bush teil. Hunderte Fernsehsender übertrugen die Bilder, auf denen zu sehen war, wie die Atmosphäre erstarrte.

Staatsakt für George Bush
Verschränkte Arme bei der Beerdigung: US-Präsident Donald Trump bei der Beerdigung von Georg W. Bush. Foto: afp

Die Trauerfeier für Ex-Präsident George H. W. Bush war der erste Akt dieser Art für den amtierenden Präsidenten Donald Trump. Zur Beerdigung von Senator John McCain war Trump nicht eingeladen, ebenso wenig zu der von Barbara Bush, die im April dieses Jahres verstorben war. Doch diesmal schrieb das Protokoll eine Einladung fast schon vor. Also kam Trump – und legte selbstredend einen fragwürdigen Auftritt hin.

Trump nahm nach seinem Eintreffen gemeinsam mit seiner Frau Melania in der ersten Reihe Platz, neben den ehemaligen Präsidenten Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter, die ebenfalls mit ihren Ehefrauen zur Trauerfeier erschienen waren. George Bush Jr., auch Ex-Präsident, saß selbstverständlich mit seinem Bruder Jeb, seiner Frau Laura, seinen Kindern und weiteren Familienmitgliedern zusammen.

Bill und Hillary Clinton plaudern mit Obamas

US-Kommentatoren beschrieben die Stimmung als würdevoll, aber gelöst. In seiner Rede erinnerte Bush J. an Anekdoten aus der Regierungszeit seines Vaters und brachte den Saal mehrfach und der Trauer zum Trotz zum Lachen.

Die Clintons plauderten vor Beginn der Trauerfeier mit den Obamas. Bush Jr. steckte bei seiner Begrüßung der Präsidentenriege Michelle Obama Süßigkeiten zu, wie er es bereits bei der Beerdigung von McCain getan hatte. Zahlreiche weitere Politiker aus dem In- und Ausland zollten ihren Tribut, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Prinz Charles.

Melania Trump gibt Clinton bei Trauerfeier die Hand

Doch als die Trumps Platz nahmen, war es, als ob ein eisiger Wind durch die Kathedrale in Washington wehte. Donald würdigte weder die Carters noch die Clintons auch nur eines Blickes, den Obamas gab er wohl notgedrungen die Hand, saßen sie doch direkt neben ihm und seiner Frau Melania. Die konnte sich noch erweichen, Bill Clinton die Hand zu reichen, für Hillary hatte sie nur noch ein Nicken übrig. Hunderte Fernsehsender übertrugen die Bilder live ins ganze Land, auf denen zu sehen war, wie die eben noch freundliche Atmosphäre auf der Präsidentenbank mit einem Male erstarrte und die Gespräche verstummten.

Es waren zunächst die von Trump abfällig zusammengefassten „Mainstream-Medien“, die den seltsamen Auftritt des aktuellen Präsidenten kritisierten. Neben seinem schlechten Verhältnis zu seinen Vorgängern bot vor allem seine Körperhaltung dazu Anlass - nach vorne gebeugt, zeitweise sogar mit verschränkten Armen. Andere fassten zusammen, was Trump alles schon über seine Sitznachbarinnen und -nachbarn erzählt habe. Hillary Clinton wollte er bekanntlich ins Gefängnis werfen lassen, Barack Obama sprach er gar die Staatsbürgerschaft ab.

Doch selbst Fox News-Moderator Chris Wallace konstatierte, dass Trump wohl nicht Teil des Klubs der Präsidenten sei, der auch ehemalige Rivalen einschließen würde. „Das gilt aber offensichtlich nicht für Trump“, sagte Wallace und nahm dies als Zeichen der tiefen Spaltung, die sich dieser Tage durch die Vereinigten Staaten ziehen würde.

Die Bilder und die Diskussion zeigten nicht nur, welcher Paria Donald Trump unter allen Präsidenten der USA selbst zwei Jahre nach seinem Amtsantritt noch immer ist. Sie machen auch deutlich, dass Trump bis heute nicht gelernt hat, sich empathisch zu geben, selbst wenn es nur für die Kameras ist.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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