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Tote und Verletzte Feuer in indischem Krankenhaus

Im Großbrand in einem indischen Krankenhaus. 89 Menschen sterben, die Feuerwehr braucht sechs Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei hat sechs Angestellte der Betreiberfirma festgenommen.

09.12.2011 09:55
Rettungskräfte evakuieren Patienten aus einem brennenden Krankenhaus in Kalkutta. Foto: dapd

Bei einem Großbrand in einem indischen Krankenhaus sind am Freitag 89 Menschen ums Leben gekommen. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Patienten, die im Schlaf von dem Inferno in der Klinik im ostindischen Kolkata überrascht wurden. Nach Angaben der Behörden wurden mehrere Führungskräfte der Betreiberfirmen der Klinik unter dem Verdacht des Totschlags festgenommen.

Nach ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte brach das Feuer gegen3 Uhr im Erdgeschoss des fünfstöckigen Gebäudes aus noch ungeklärter Ursache aus und griff rasch auf die oberen Stockwerke über. Die meisten der 89 Todesopfer erstickten durch den dichten Rauch, darunter auch mehrere Angestellte. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich insgesamt 160 Patienten in der Klinik.

Der Qualm erschwerte auch den Feuerwehrleuten die Arbeit. Die Helfer hatten zudem Probleme, mit ihren Löschzügen überhaupt durch die engen, gewundenen Gassen des Viertels zu dem Krankenhaus zu kommen. Erst nach sechs Stunden waren die Flammen weitgehend unter Kontrolle. Die Feuerwehr musste zahlreiche gebrechliche Patienten über Seile und Leitern in Sicherheit bringen.

Patienten in den Flammen zurückgelassen

Banerjee versprach bei einem Besuch des Unglücksortes eine Untersuchung des Brandes. Sechs Menschen, darunter mehrere hochrangige Angestellte der beiden privaten Betreiberfirmen der Klinik seien festgenommen worden, sagte Banerjee. „Das Gesetz wird seinen Lauf nehmen. Die Verantwortlichen für so viele Tote werden streng bestraft werden“, sagte sie und erklärte, der Klinik sei mit sofortiger Wirkung die Lizenz entzogen worden.

Der Gesundheitsminister von West-Bengalen, Subrata Mukherjee, warf der Klinikleitung vor, ihre Schutzbefohlenen im Stich gelassen zu haben. „Es ist entsetzlich, dass sich die Verantwortlichen der Klinik keine Mühe gemacht haben, eingeschlossene Patienten zu retten“, sagte Mukherjee. Es scheine, als hätten sich die Vorgesetzten schnell gerettet, aber die Patienten zurückgelassen.

Mehrere hundert Angehörige verfolgten die Löscharbeiten verzweifelt. „Meine Mutter liegt auf der Intensivstation. Sie ist 70 Jahre alt, und ich weiß nicht, ob sie noch lebt oder nicht“, sagte Khokon Chakravathi. Es war das zweite Feuer in der Klinik innerhalb von drei Jahren. Die Klinik hielt sich nach eigenen Angaben an die Vorgaben und trainiert regelmäßig für den Ernstfall. Für die Angehörigen der Toten kündigte das Krankenhaus eine Entschädigung von jeweils 500.000 Rupien (7200 Euro) an.

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