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Tornados in den USA Ganze Straßenzüge ausradiert

Im Süden der USA herrscht nach den Tornados eine Verwüstung wie nach Hurrikan Katrina. Die Zahl der Toten steigt, vor allem Alabama ist betroffen.

29.04.2011 16:38
Dietmar Ostermann
Tornados haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Foto: dpa

Im Süden der USA herrscht nach den Tornados eine Verwüstung wie nach Hurrikan Katrina. Die Zahl der Toten steigt, vor allem Alabama ist betroffen.

Im US-Süden hat das große Aufräumen nach der schlimmsten Tornado-Serie seit Jahrzehnten begonnen. Auch am Freitag wurde in den Trümmern weiter nach Vermissten gesucht, während die vorläufige Opferbilanz der schweren Unwetter vom Mittwoch auf mehr als 300 Tote stieg. Damit war die Tornado-Serie die tödlichste Naturkatastrophe in den USA seit Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Damals kamen allein in den Fluten von New Orleans 1464 Menschen ums Leben.

Wie Katrina hinterließen auch die 137 gemeldeten Tornados vom Mittwoch in mehreren Bundesstaaten eine breite Schneise der Verwüstung. Im besonders betroffenen Alabama kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Präsident Barack Obama wollte sich am Freitag in dem Südstaat ein Bild von den Zerstörungen machen. Auf dem Weg nach Florida zum Start der Raumfähre „Endeavour“ wurde Obama in Tuscaloosa erwartet. In der 85?000-Einwohnerstadt hatte am Mittwoch der stärkste und folgenschwerste Tornado gewütet. Auf einer Breite von anderthalb Kilometern wurden ganze Straßenzüge ausradiert.

400 Kilometer pro Stunde

Erste Schätzungen gaben die maximale Windstärke innerhalb des Tornados mit 260 Meilen pro Stunde an – das sind mehr als 400 Stundenkilometer. Solchen Kräften könne nichts standhalten, sagte der Gouverneur von Alabama, Robert Bentley: „Die Menschen in Alabama sind sich der Gefahr durch Tornados bewusst. Aber wenn es eine dicht besiedelte Gegend wie Tuscaloosa trifft, kann man nicht Tausende Menschen in fünf Minuten wegschaffen.“ Anders als bei einem Hurrikan, wo die mögliche Gefahrenzone Tage vorher evakuiert werden kann, lassen sich Tornados kaum vorhersagen. Oft dauern sie nur wenige Minuten.

Alabama zählt außerdem zur „Dixie Alley“, in der diese Wetterphänomene wegen der Nähe zum Golf von Mexico besondere Wucht entfalten. Die entfesselten Naturkräfte treffen in dem strukturschwachen Bundesstaat zudem auf eine fragile Infrastruktur. Viele Menschen wohnen in sogenannten „trailer homes“, mobilen Wohncontainern mit dünnen Holzwänden. So kommt es, dass Alabama in den USA schon in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Tornadoopfer zu beklagen hatte, obwohl diese Sturmwirbel in anderen Bundesstaaten häufiger auftreten.

Nach der Tornadoserie lief im Katastrophengebiet die größte Hilfsaktion seit Hurrikan Katrina an. Obama hatte bereits am Mittwoch für sieben Bundesstaaten den Notstand erklärt und den Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Craig Fugate, nach Alabama beordert. Den Menschen dort sagte er schnelle Hilfe zu. Die Regierung werde alles tun, um beim Wiederaufbau zu helfen, versprach der Präsident.

Rund eine Million Menschen waren am Freitag von der Stromversorgung abgeschnitten. Mehr als 10.000 sind obdachlos. Die wirtschaftlichen Schäden werden auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Die Universität von Tuscaloosa setzte den Lehrbetrieb aus und verschob ihre Abschlussprüfungen auf August. Ein Daimler-Werk in der Stadt soll nach Angaben des Unternehmens von Montag an wieder produzieren.

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