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Tokio Deutsche Sauberkeit in Japans Hauptstadt

Beste Voraussetzungen für blütenreine Kleider: Tokios Bewohner säubern ihre Wäsche jetzt in einem besonderen Ambiente. Das Vorbild des Waschsalons mit Wohnzimmer-Charakter kommt aus Berlin.

Freddy Leck sein Waschsalon
Das große Staunen: So einen hübschen Salon hat in Japan bisher niemand gesehen. Foto: Finn Mayer-Kuckuk

Vor allem der mit Gas geheizte Trockner hat es Mayumi Koyanagi angetan. „Das Ding ist viel schneller als mein Gerät zu Hause“, sagt sie, während sie ihre Wäsche aus der Trommel hebt. „Außerdem ist ein Durchlauf hier sogar billiger.“ Der Mittvierzigerin macht es riesigen Spaß, in diesen Waschsalon zu kommen. Zuhause hat sie einen eigenen Waschtrockner. „Doch die Atmosphäre hier ist schön, es gibt immer jemanden, mit dem man plaudern kann.“ Außerdem sei auch der Kaffee gut.

In „Freddy Leck sein Waschsalon Tokyo“ läuftt klassische Musik, die Wände sind mit braun-blauen Mustertapeten verziert. Der Duft von Cappuccino mischt sich mit dem des Weichspülers. Während Koyanagi ihre Wäsche zusammenfaltet, fängt sie ein Gespräch mit einem Studenten an, der ebenfalls regelmäßig hier wäscht. „Ich komme vor allem wegen des schnellen Internets“, sagt der.
„Freddy Leck sein Waschsalon“ gibt es erst seit einem halben Jahr in Tokio, doch der Laden ist bereits eine Institution. Der Kopf hinter dem Projekt in Japan ist Tomoki Matsunobu, ein Manager bei der Handelsgesellschaft Fuji Ei. Matsunobu gibt als Berufsbezeichnung „Producer“ an – soll heißen, dass er für den kreativen Teil zuständig ist.

Die Firma Fuji Ei sucht laufend neue Produkte und Ideen. Matsunobu hat die Aufgabe, im Ausland nach Haushaltsartikeln Ausschau zu halten, die sich durch ein cooles Design auszeichnen. „In einem Lifestyle-Magazin habe ich einen kurzen Artikel über Freddy Lecks Waschsalon in Berlin gesehen“, erzählt Matsunobu. „Die Bilder haben es mir sofort angetan, genau so etwas wollte ich nach Japan bringen.“ In Tokio seien Waschsalons kärglich eingerichtet. „Da stehen bloß ein paar weiße Waschmaschinen herum, Kronleuchter und Mustertapeten sind undenkbar.“

In Deutschland sehen Wäschereien im Allgemeinen auch nicht aus wie Freddy Leck sein Waschsalon. Der Laden im Berliner Stadtteil Moabit ist etwas Besonderes. Eröffnet hat ihn der Schauspieler Dirk Martens, bekannt aus Serien wie „Klinikum Berlin Mitte“ oder „SK Kölsch“. Demnächst steht er wieder für einen „Tatort“ vor der Kamera. Freddy Leck ist sein Künstlername, und der Waschsalon ist die Verwirklichung eines Traums.

Auch in Moabit spielt klassische Musik, auch dort ist die Einrichtung in Brauntönen gehalten. An dem Ableger in Tokio hat Martens enorme Freude. „Ich war hellauf begeistert, als ich den Salon in Tokio das erste Mal gesehen habe.“ Seine japanischen Geschäftspartner haben Details des Ladens in Berlin mit viel Liebe übernommen. Er freut sich auch an der Produktlinie von Waschutensilien, die in Japan seinen Namen trägt. Gallseife, kleine und große Wäscheklammern, Waschmittel, Weichspüler – sogar ein Bügelbrett.

Mit diesen Produkten verdient die Handelsgesellschaft Fuji Ei das eigentliche Geld. Martens hat den Namen Freddy Leck dafür in Lizenz zur Verfügung gestellt – die Waren gibt es so in Berlin nicht. Fuji Ei verkauft sie dafür in ganz Japan. Sie finden sich in noblen Kaufhäusern oder in Designläden. Japanische Konsumenten lieben hübsch verpackte, individuelle Produkte. Und Deutschland ist als Herkunftsland und als Ideengeber für das Design hoch angesehen.

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