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Thailand Flugsicherheit in der Kritik

Südostasiens Tourismusdorado Thailand zittert um seinen internationalen Ruf in Fragen der Flugsicherheit. Auch am Flughafen Frankfurt werden Flugzeuge aus dem südostasiatischen Königreich besonders genau unter die Lupe genommen.

A technician stands next to an Airbus A380-800 during a Thai aircraft anointing ceremony at Bangkok's Suvarnabhumi International Airport
Die Überprüfungen der Flugsicherheitsbehörden von thailändischen Fluglinien haben sich vervierfacht. Foto: REUTERS

Nachdem im vergangenen Jahr Malaysias und Indonesiens Flugsicherheit ins Gerede kam, zittert Südostasiens Tourismusdorado Thailand nun ebenfalls um seinen internationalen Ruf in Fragen der Flugsicherheit. Mitte März verbreitete die „International Civil Aviation Organization“ (ICAO) eine Warnung mit „erheblichen Sicherheitsvorbehalten“ gegenüber Thailand. Japan, Südkorea und China untersagten seither Bangkoks Fluglinien neue Charterflüge oder neue Verbindungen. Singapur überprüft das Flugpersonal aufs Genaueste.

Nun kündigte sich zudem eine Kommission der Bundesluftfahrtbehörde FAA aus den USA an. „Seit März haben die Flugsicherheitsbehörden in vielen Ländern ihre Überprüfung von Thai Airlines vervierfacht“, klagt Charamporn Jotikasthira, der Präsident der staatlichen Fluglinie. Auch am Flughafen Frankfurt werden Flugzeuge aus dem südostasiatischen Königreich besonders genau unter die Lupe genommen.

Ungewöhnlich deutliche Warnung

Die internationalen Luftfahrtbehörden reagieren damit auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres in Asien. Flug MH 370, eine Boeing 777 von Malaysia Airlines, gilt immer noch als spurlos vermisst. Laut Untersuchung konnten sich während der ersten Stunden nach dem Verschwinden die Flugkontrolle in Vietnam und Malaysia gegenseitig nicht verstehen. Ein malaysischer Beamter wurde viel zu spät geweckt, weil seine Untergebenen sich vor dem Zorn ihres Bosses über die Ruhestörung fürchteten.

Ende vergangenen Jahres stürzte zudem ein Airbus der Billigfluglinie Air Asia auf dem Flug von Surabaya in Indonesien nach Singapur ins Meer. 162 Menschen starben. Im März wurde die Suche nach den noch vermissten Toten eingestellt. Es hatte mehrere Tage gedauert, bis das Wrack im Meer gefunden wurde.

Die ICAO-Warnung zu Thailand fiel auch deshalb ungewöhnlich deutlich aus, weil die an die Vereinten Nationen angekoppelte Behörde bereits vor zehn Jahren die Behörden des Königreichs auf Missstände hingewiesen hatte. Doch es geschah nichts. Thailands „Department of Civil Aviation“ musste mit einer rachitischen Besetzung von einem Dutzend Beamten auskommen, obwohl die Zahl der in Bangkok gemeldeten Fluglinien auf über 60 stieg.

Zu einer durchschnittlichen Airline heruntergewirtschaftet

Welche Zustände angesichts mangelnder Kontrolle und Überprüfungen um sich griffen, wurde am vergangenen Wochenende deutlich. Drei vollbesetzte Flüge mit thailändischen Urlaubern nach Japan mussten vor dem Start in Bangkok storniert werden. Eine der Fluglinien war die Billiglinie Air Asia, die nicht nachweisen konnte, dass die Piloten vor dem Start ausreichende Ruhezeit hatten.

Thai Airlines wurde während der vergangenen zwei Jahrzehnte von wechselnden Regierungen und der Monarchie für eigene Zwecke von einer erstklassigen Fluglinie in eine bestenfalls durchschnittliche Airline heruntergewirtschaftet. Ein massives Sparprogramm inklusive der Versetzung von Tausenden von Angestellten in den vorzeitigen Ruhestand und dem Verkauf von Jets soll das Staatsunternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen. Aber die Warnung von ICAO erschwert das Vorhaben. Thai-Boss Charamporn fürchtet, dass auch Kooperationen mit anderen Fluglinien leiden könnten. Thai Airlines gehört unter anderem zu Star Alliance, bei der auch die Lufthansa Mitglied ist.

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