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Tag der Putzfrau „Sauberkeit ist gut für die Seele“

Hans-Jürgen Lück ist Putzmann aus Überzeugung. Ein Gespräch über verkalkte Toiletten, dankbare Kunden und Saubermachen als Medizin.

Hans-Jürgen Lück beim Saubermachen
Oben anfangen, dann nach unten arbeiten. Gesaugt wird bei den Profis also erst am Schluss. Foto: imago

Herr Lück, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Putzmann zu werden?
Pure Langweile.

Oh, da würden mir andere Beschäftigungen einfallen als Putzen.
Mein Berufsleben ist 2002 gestorben, ich war in einer Firma, die Glühlampen fertigt. Ich habe dann eine Umschulung gemacht, aber nur auf der Schulbank sitzen fand ich eintönig. Beim Einkaufen im Supermarkt habe ich einen Aushang gesehen: „Reinigungskraft mit Maschinenkenntnissen gesucht“. Da habe ich mich beworben, wurde fünf Minuten eingearbeitet und habe dann dort für zwölf Jahre gearbeitet.

Das war mein zweites Standbein, mit dem ich mir was für den Urlaub dazuverdient habe. Und das hat auch noch Spaß gemacht, und ich bekam Anerkennung dafür. Seit 2014 arbeite ich im Hauptjob als Verkäufer für Fisch- und Feinkost. Das war aber nur in Teilzeit zu Beginn. Ich habe mich also bei Helpling beworben (Anm. d. Red.: eine Jobvermittlung für Reinigungskräfte), um am Wochenende und nach Feierabend noch putzen zu gehen. Ich hatte nach einem Jahr 111 Kunden in ganz Berlin und eine 5-Sterne-Bewertung.

Wer putzt bei Ihnen zu Hause?
Zu Hause wird geteilt. Ich habe Rheuma und Arthrose. Bewegung ist für mich die reinste Medizin, das tut mir gut.

Was mögen Sie am beruflichen Putzen nicht?
99 Prozent meiner Erfahrungen sind positiv. Es gibt manchmal Situationen, da muss man improvisieren. Zum Beispiel in Wohnungen putzen, die leer stehen. Das ist eine Herausforderung, weil da nichts ist.

Ich habe deshalb immer ein Notfallpaket dabei: Schraubenzieher, Eimer, Mikrofasertücher, eine Wischklatsche. Was mir auch nicht gefällt ist, wenn der Fahrstuhl kaputt ist.

Gibt es etwas, was Sie nicht putzen, weil es zu eklig ist?
Ich habe in einem Betrieb geputzt, der den gesamten Müll von Berlin-Brandenburg recycelt. Diese Maschinen habe ich von innen gereinigt. Wenn Sie das gemacht haben, kommt Ihnen eine normale Toilette wie eine Schokoladentorte vor. Toilettenputzen ist übrigens mein Hobby. Wenn ich damit fertig bin, können Sie davon essen, die sind strahlend weiß. Ich weiß, wie Kalk entfernt werden muss. Ich habe auch 20 Jahre alte Badewannen wieder hingekriegt, die sehen danach aus wie neu.

Haben Sie ein Geheimrezept, um die Toilette zu entkalken?
Chlor. Man kann auch normalen Essig nehmen, wenn man kein Chlor benutzen will. Und vor allen Dingen braucht man Zeit. Also: Chlor einfüllen, einwirken lassen, mit der WC-Bürste etwas bearbeiten, Handschuhe anziehen und mit dem Schwamm richtig unter die Ränder gehen – da sammeln sich viele geruchsbildende Stoffe. Man kann dafür auch eine Zahnbürste nehmen. Dann kommt ein Liter Heißwasser aus dem Wasserhahn in das kalte Wasser des WC-Abflusses, und zwar zweimal im Abstand von zehn Minuten. Schon kann man erste Ergebnisse sehen. Ein Problem sind allerdings die Toilettenbürsten. Ich benutze Küchenbürsten, die man auch in den Abflussknick einführen kann. Ich bin ein klassischer Handreiniger und mir nicht zu schade, meine Hand ins Klo zu stecken und zu scheuern.

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