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Supreme Court Bäcker darf Schwulen Hochzeitstorte verweigern

Der Oberste Gerichtshof der USA hat einem Bäcker Recht gegeben, der einem schwulen Paar aus religiösen Gründen eine Hochzeitstorte verweigert hatte.

04.06.2018 19:01
supreme court
Der Supreme Court hob mit sieben gegen zwei Stimmen eine vorherige Entscheidung der Bürgerrechtskommission des Bundesstaats Colorado auf. Diese hatte befunden, der Konditor Jack Phillips habe alle Kunden unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung zu bedienen. Foto: afp

Für seine Weigerung, eine  Hochzeitstorte für ein schwules Paar herzustellen, hat ein Konditor in den USA höchstrichterlichen Segen erhalten. Das Oberste Gericht in Washington urteilte am Montag, die religiösen Überzeugungen des Konditors müssten angemessen in Betracht gezogen werden. Der Mann hatte argumentiert, dass es ihm sein christlicher Glaube nicht erlaube, mit einer Torte die Ehe zwischen Homosexuellen zu unterstützen.

Der Supreme Court hob mit sieben gegen zwei Stimmen eine vorherige Entscheidung der Bürgerrechtskommission des Bundesstaats Colorado auf. Diese hatte befunden, der Konditor Jack Phillips habe alle Kunden unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung zu bedienen. Das Oberste Gericht vertrat nun aber die Auffassung, die Kommission habe eine "klare und unzulässige Feindseligkeit gegenüber den ehrlichen religiösen Überzeugungen" des Konditors gezeigt.

Das schwule Paar sah sich wegen Phillips' Weigerung, eine Torte für seine Hochzeitsfeier herzustellen, aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert. Der zähe Rechtsstreit der beiden Männer mit dem Konditor erregte landesweites Aufsehen - zumal der Konditor kein Einzelfall ist. Quer durchs Land führen immer wieder Konditoreien, Blumenläden, Fotostudios und andere Firmen an, dass sie aus religiösen Gründen keine Dienstleistungen für homosexuelle Paare erbringen wollten.

Kein Grundsatzurteil

Entgegen vieler Erwartungen fällte das Oberste Gericht nun allerdings kein Grundsatzurteil dazu, inwieweit Dienstleistungen in der Geschäftswelt aus religiösen Überzeugungen heraus verweigert werden dürfen. Der Supreme Court hielt ausdrücklich fest, dass sich sein Urteil allein auf den konkreten Fall von Phillips bezieht.

Das Oberste Gericht mahnte lediglich, dass alle künftigen richterlichen Entscheidungen zu derartigen Fällen sorgfältig auszubalancieren seien. Dabei dürfe es keine "unangemessene Missachtung für ehrliche religiöse Überzeugungen" geben, zugleich dürften Homosexuelle aber auch keinen "Erniedrigungen" auf dem Markt für Waren und Dienstleistungen ausgesetzt werden.

Der Supreme Court hatte 2015 in einem historischen Urteil die Homo-Ehe in den USA landesweit legalisiert. Der Fall des Konditors aus Colorado datiert jedoch bis 2012 zurück, als die Homo-Ehe in diesem Bundesstaat noch verboten war. Das schwule Paar heiratete damals in Massachusetts, wo die Homo-Ehe bereits legal war. Ihre Torte wollten die beiden Männer dann bei Phillips' „Masterpiece Cakeshop“ für eine anschließende Feier in ihrem Heimatstaat Colorado ordern.(afp/kna)

 

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