Lade Inhalte...

Sunspot Solar Observatory Nach Verschwörungstheorien: Observatorium öffnet wieder

Nach der mysteriösen Schließung des Sunspot Solar Observatory kursierten zahlreiche Verschwörungstheorien. Nun wird das Observatorium wieder geöffnet. Und eine Begründung für die Schließung gibt es auch.

Sunspot Solar Observatory
Das Besucherzentrum des Sunspot Solar Observatory. Foto: AllenS [Public domain], from Wikimedia Commons

Bis vor einer guten Woche war das Sunspot Solar Observatory im US-Bundesstaat New Mexico hauptsächlich Fachleuten bekannt. Hoch oben auf dem Sacramento Peak im Lincoln National Forest wird mit dem Dunn Solar Telescope ein Sonnenteleskop betrieben, das auf hochauflösende Bilder der Sonne und Spektroskopie spezialisiert ist. Doch mit der mysteriösen Schließung der Anlage am 7. September wurde das Sunspot Solar Observatory plötzlich auch außerhalb der Branche bekannt.

Das Sunspot Solar Observatory wurde vom FBI evakuiert, weder der Leiter der Einrichtung noch der örtliche Sheriff kannte den Grund für die Evakuierung. Die Association of Universities for Research in Astronomy (AURA), die hinter dem Teleskop steht, gab in einem Statement nur vage eine „Sicherheits-Angelegenheit“ als Grund an, das FBI äußerte sich gar nicht.

Im Internet kamen sofort Spekulationen auf: Hat die Evakuierung etwas mit Roswell zu tun? Jener Ort, an dem die US-Regierung 1947 angeblich ein außerirdisches Raumschiff und Aliens gefunden und vor der Öffentlichkeit geheim gehalten haben soll, ist bis heute eine Anlaufstelle für Anhänger von Alien-Theorien und nur etwa 200 Kilometer vom Sonnenobservatorium entfernt. Andere Theorien besagen, die Astronomen hätten bei ihren Beobachtungen der Sonne sicherlich etwas entdeckt, was sie nicht hätten sehen dürfen - Stichwort: Aliens.

Wahrscheinlicher klingt jedoch die Theorie, wonach man vom Gelände des Sunspot Solar Observatory einen guten Blick auf die Holloman Air Force Base und die White Sands Missile Range hat. Dort wurde im Rahmen des Manhattan-Projekts der erste Nukleartest der Geschichte durchgeführt. Heute wird White Sands unter anderem als Übungs- und Testgelände für Raketen- und Drohnen-Technologie des US-Militärs genutzt. Möglicherweise sollte durch die Evakuierung und Sperrung verhindert werden, dass Unbefugte einen geheimen Test beobachten.

Sunspot Solar Observatory wird wieder geöffnet

Was auch immer der Grund für die Schließung war - sie wird nun wieder aufgehoben. „Ab dem 17. September soll das Sunspot Solar Observatory“ wieder zum regulären Ablauf zurückkehren“, heißt es auf der Website des Observatoriums. Die Angestellten würden im Laufe der Woche wieder zur Arbeit zurückkehren und auch die Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten, kehren zurück, teilt AURA mit.

In dem Statement heißt es zur Begründung für die Schließung: „AURA hat mit einer andauernden Untersuchung der Strafverfolgungsbehörden kooperiert.“ Es ging demnach um eine „kriminelle Aktivität“ auf dem Sacramento Peak, auf dem sich auch das Sunspot Solar Observatory befindet. „Wir waren besorgt, dass ein Verdächtiger möglicherweise eine Gefahr für die Angestellten und Anwohner darstellt und haben daher das Gelände evakuiert.“ Jetzt sehe man keine Gefahr mehr und öffne das Observatorium wieder.

Angesichts des großen Interesses an der Schließung hofft das Sunspot Solar Observatory nun auf neue Besucher: „Kommt vorbei, besucht uns und schaut euch selbst an, was wir für die Wissenschaft und die Öffentlichkeitsarbeit in der Sonnenforschung anbieten“, heißt es auf der Website. Dieses Angebot werden nach dem aktuellen Hype sicher viele Menschen annehmen.

Ob es noch eine detailliertere Auskunft geben wird, weshalb das Observatorium vorübergehend geschlossen wurde, wird sich zeigen. AURA gibt sich jedenfalls selbstkritisch: „Wir haben erkannt, dass unser Mangel an Kommunikation für einige Menschen beängstigend und frustrierend war“, heißt es in dem Statement. Man habe den Wunsch nach weiteren Informationen abwägen müssen gegen das Risiko, den Verdächtigen zu alarmieren und die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden zu behindern. „Das war ein Risiko, das wir nicht eingehen konnten“, schreibt AURA weiter. Zahlreiche Menschen werden das sicherlich anders sehen und auch mit der aktuellen Erklärung für die Schließung nicht zufrieden sein.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen