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Südfrankreich 70-Jähriger nach Überschwemmung auf Campingplatz vermisst

Eine Gruppe deutscher Kinder und Jugendlicher wird vor Überschwemmungen von einem südfranzösischen Campingplatz gerettet. Ein Betreuer der Gruppe wird vermisst.

09.08.2018 18:54

Eine dramatische Rettungsaktion für deutsche Kinder und Jugendliche und ein vermisster 70-jähriger Deutscher: Das ist die vorläufige Bilanz nach Starkregen und Überschwemmungen auf Campingplätzen in Südfrankreich am Donnerstag. Durch die heftigen Regenfälle verwandelte sich der bei Touristen beliebte Fluss Ardèche in der Region nördlich von Avignon zu einem reißenden Gewässer, wie Fernsehbilder zeigten.

Wie die südfranzösische Polizei mitteilte, wurde der Wohnwagen des 70-Jährigen auf einem Campingplatz in dem Ort Saint-Julien de Peyrolas von den Wassermassen weggerissen und später zerstört am Ufer der Ardèche aufgefunden. Von dem Mann fehle jede Spur, hieß es.

Er gehört nach Angaben der Behörden offenbar zu den Betreuern einer Gruppe deutscher Kinder und Jugendlicher aus dem Raum Leverkusen bei Köln, die vor den Überschwemmungen gerettet werden mussten. Insgesamt wurden rund 160 Menschen von drei Zeltplätzen nach Angaben der Einsatzkräfte mit Hilfe von Hubschraubern und Tauchern in Sicherheit gebracht.

Vier Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, darunter auch ein Kind, das an Unterkühlung litt. Fast 270 Feuerwehrleute sowie vier Helikopter waren im Einsatz. Die Ardèche ist ein beliebtes Urlaubsziel unter anderem für Kanufahrer und Wanderer.

Auf den betroffenen Campingplätzen richteten die Wassermassen schwere Zerstörungen an: Zahlreiche Zelte wurden weggerissen, der Boden verwandelte sich in Schlamm. Die 37-jährige Touristin Gudrun Weissmeyer aus München sagte, sie brauche mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern nun dringend eine Notunterkunft. Sie hätten nicht mit solchen Unwettern gerechnet und müssten nun in Sandalen durch den Schlamm waten.

Auch die Präfektur des Départements Gard sprach von „außergewöhnlich“ starken Regenfällen. Wegen möglicher Überschwemmungen waren zuletzt noch acht  Verwaltungsbezirke im Süden und Osten Frankreichs in Alarmbereitschaft.

In der Touristenregion um die Flüsse Dordogne und Lot fiel in tausenden Haushalten der Strom aus. Auch in Lothringen und an der Mosel nahe der deutschen Grenze waren zahlreiche Menschen betroffen. In der Umgebung des Ortes Forbach nahe Saarbrücken rückte die Feuerwehr zu mehreren Noteinsätzen aus. In Straßburg und Metz blieben Parks und städtische Friedhöfe sicherheitshalber geschlossen.

Nach einer wochenlangen Hitzewelle hatte der Wetterdienst Météo France ähnlich wie im Westen und Südwesten Deutschlands vor heftigen Regenfällen und Gewittern gewarnt. (afp)

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