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Sturmtief „Sebastian“ bringt Orkanböen mit bis zu 140 km/h

Ein Sturmtief zieht über Norddeutschland und bringt schon vorab viel durcheinander. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen und einer Sturmflut.

13.09.2017 15:52
Orkantief
Spaziergänger stemmen sich am Strand von St. Peter-Ording gegen den ersten Herbststurm des Jahres. Foto: Wolfgang Runge

Der erste große Herbststurm dieses Jahres wirbelt den Norden durcheinander. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Mittwoch vor Orkanböen und einer Sturmflut. Schleswig-Holsteins Feuerwehren erklärten, sie seien auf Orkantief „Sebastian“ vorbereitet. Der Höhepunkt wurde für den Nachmittag erwartet. Zuvor traf der Sturm bereits die Niederlande. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol kam es zu starken Behinderungen. Auch in Deutschland kam es zu ersten Störungen, etwa im Bahn- und Fährverkehr.

Die Meteorologen erwarteten vor allem an der Nordsee Orkanböen bis 120 Stundenkilometern, was der höchsten Windstärke 12 entspricht. In Schauer- und Gewitternähe seien dort sogar Orkanböen bis 140 km/h möglich. Für Hamburg wurden orkanartige Böen mit bis zu 117 km/h vorausgesagt. Später könne es auch an der Ostsee zu schwerem oder orkanartigem Sturm kommen. Für Teile Südwestdeutschlands warnte der Wetterdienst vor Dauerregen.

Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sollten im Elbegebiet und an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste das Abend-Hochwasser beziehungsweise das Nacht-Hochwasser eineinhalb bis zwei Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Wetterdienst erwartete bis zu sieben Meter hohe Wellen in der Deutschen Bucht.

Schiffe fahren Helgoland nicht mehr an

Der Sturm brachte bereits die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht, teilte die Wyker Dampfschiffs-Reederei auf ihrer Homepage mit.

Auch Deutschlands Hochseeinsel Helgoland war per Schiff am Mittwoch nicht erreichbar. Die Fähren von Büsum, Cuxhaven und Bremerhaven fuhren wegen des Wetters nicht, teilte die Reederei Cassen Eils mit. Auch der Hochgeschwindigkeits-Katamarans „Halunder Jet“ stellte die Verbindung von Hamburg nach Helgoland ein. Der Autozug „Sylt Shuttle“ nahm wegen des Sturms keine Campingwagen, Pkw mit Anhänger, Lastwagen mit leeren Anhängern sowie Gefahrgut-Transporte mit.

Im Online-Portal „Kachelmannwetter“ hieß es mit Blick auf umstürzende Bäume: „Die belaubten Bäume sind das Problem. Im Winter ohne Laub würde der Sturm deutlich weniger anrichten. Schon bei 70 km/h können einzelne Bäume umstürzen, 80 km/h und mehr sind dann für so einige Bäume zu viel.“ Die Bahn meldete über den Kurznachrichtendienst Twitter etliche Unwetterschäden. Es kam zu Streckensperrungen.

Flensburg schließt Kitas

Flensburg schloss wegen der Sturmwarnungen die städtische Kindertagesstätten und empfahl den Schulen, ebenfalls zu schließen. In Husum wurden vier von fünf Hallen einer Windmesse geräumt. Bei der Husum Wind präsentieren rund 650 Aussteller alles rund um Windenergie.

In den Niederlanden war der Flugverkehr stark beeinträchtigt. Die Fluggesellschaft KLM strich rund 60 innereuropäische Flüge, wie das Unternehmen mitteilte. Auf dem Flughafen Schiphol mussten Start- und Landebahnen wegen starker Winde geschlossen werden. Der Flughafen warnte Passagiere vor großen Verspätungen. Umfallende Bäume verursachten in den Niederlanden Verkehrsunfälle. Dabei wurden nach Angaben der Feuerwehr mindestens zwei Menschen verletzt.

Am Dienstagabend soll ein Wetterumschwung mit Starkregen und tiefstehender Sonne eine Unfallserie auf der Autobahn 2 in Nordrhein-Westfalen ausgelöst haben. Mehrere Autofahrer hätten wegen des Regens heftig gebremst. „Dann kam plötzlich die Sonne wieder raus und die Fahrer konnten nichts sehen“, sagte ein Sprecher der Polizei Bielefeld am frühen Mittwochmorgen. Die Bilanz: 2 Tote, 38 Verletzte und 42 beschädigte Fahrzeuge. (dpa)

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