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Sturm „Herwart“ Zugstrecke zwischen Hamburg und Berlin freigegeben

4. UpdateDer Sturm hat sich gelegt - jetzt beginnt das große Aufräumen. Am Montagnachmittag wurde die letzte Hauptstrecke der Bahn wieder freigegeben.

29.10.2017 19:17
Sturmtief „Herwart“
Nach dem Sturm „Herwart“ normalisiert sich die Lage allmählich wieder. Foto: dpa

Nach dem großen Herbststurm «Herwart» rollt der Bahnverkehr auf den meisten Strecken in Deutschland wieder. Allerdings mussten sich die Fahrgäste am Montag noch auf Verspätungen einrichten, wie die Bahn mitteilte. Als letzte Hauptstrecke wurde am Nachmittag die Verbindung zwischen Deutschlands größten Städten Berlin und Hamburg wieder freigegeben. Dort war zwischen Boizenburg und Hagenow in Mecklenburg ein Baum in eine Oberleitung gestürzt. Die Reparatur dauerte länger als zunächst angenommen.

Im Regionalverkehr im Osten und Norden waren am Montag noch einige Abschnitte gesperrt, in Schleswig-Holstein etwa zwischen Itzehoe und Elmshorn. Nur eingleisig befahrbar blieben vorerst die Strecken von Berlin nach Stralsund und nach Rostock.

Auf der Route zwischen Hannover und Berlin fuhren ab Montagmorgen wieder Züge, ebenso auf den Trassen Hannover-Magdeburg, Berlin und Dresden, sowie Münster und Norddeich. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Mindestens drei Tote durch den Sturm

Mehrere Tote, Verletzte und erhebliche Schäden - das war die Bilanz von „Herwart“ am Wochenende in Europa. An der Nordsee in Niedersachsen wurde ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. In Mecklenburg-Vorpommern kenterte ein Motorboot mit drei Urlaubern aus Sachsen. Eine 48-jährige Frau starb noch am Abend im Krankenhaus, ein 56 Jahre alter Mann in der Nacht zum Montag. Die Suche nach einem weiteren Passagier, einem 48 Jahre alten Mann, blieb erfolglos. Sie soll am Montag per Boot fortgesetzt werden.

In der Nordsee ist bei starkem Seegang durch Sturm vor Langeoog ein Frachter auf Grund gegangen. Sämtliche Rettungsversuche schlugen zunächst fehl. Die 225 Meter lange, unbeladene „Glory Amsterdam“ hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht losgerissen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die 22 an Bord befindlichen Menschen unverletzt, hieß es vom deutschen Havariekommando, das die Einsatzleitung übernommen hat.

Mehrere Menschen wurden außerdem bei Sturm-Unfällen in Deutschland verletzt. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen. Als der Sturm abflaute, begann vielerorts das große Aufräumen. Viele Straßen waren zuvor wegen umgekippter Bäume gesperrt worden - vor allem in Nord- und Ostdeutschland entwurzelte „Herwart“ zahlreiche Bäume. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn. Er wird sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Wochenbeginn wieder abschwächen. (dpa)

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