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Studiengebühren Turbo-Student muss Studiengebühren komplett zahlen

Marcel Pohl schließt sein Studium an einer privaten Hochschule in Dortmund in weniger als vier Semestern mit Bachelor und Master ab. Sparen wird der Turbo-Student mit dem verkürzten Studium nichts: Er muss trotzdem die kompletten Studiengebühren zahlen, urteilte jetzt ein Gericht.

18.07.2012 14:08
Fleiß zahlt sich nicht immer aus. Das muss Marcel Pohl jetzt erkennen. Foto: dpa

Wer an einer privaten Hochschule sein Studium verkürzt, muss dennoch die kompletten Studiengebühren für die Regelstudienzeit zahlen. Private Studiengebühren seien im Gegensatz zu den „Semesterbeiträgen“ öffentlich-rechtlicher Hochschulen ein vertraglich vereinbarter Gesamtpreis für das Studium, entschied das Amtsgericht Arnsberg in einem am Mittwoch verkündeten Urteil (Az: 12 C 64/12).
Damit gab das Gericht der Dortmunder Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) in einer Klage gegen einen ehemaligen Studenten Recht.

Der 22-Jährige Marcel Pohl aus Arnsberg hatte neben seiner Ausbildung als Bankkaufmann in nicht einmal vier Semestern sowohl ein Bachelor- als auch ein Masterstudium durchgezogen. Nach dem Abschluss kündigte er den Studienvertrag und stellte die Zahlungen der monatlichen Raten ein. Doch als erfolgreicher Absolvent könne er sich nicht auf das für Studienabbrecher vorgesehene Kündigungsrecht berufen, urteilte das Gericht.

Pohl: Ein "absoluter Ausnahmefall"

Pohl hatte sich gemeinsam mit zwei Kommilitonen auf seine Prüfungen vorbereitet. Sie besuchten verschiedene Seminare und informierten die Mitstreiter. Um überhaupt in der Rekordzeit alle Prüfungen abzulegen, nutzte das Trio nicht nur die Dortmunder FOM, sondern auch andere der mehr als 20 deutschen FOM-Zweigstellen. Einer von Pohls Kommilitonen hat ebenfalls beide Studiengänge erfolgreich abgeschlossen, der dritte im Bunde steht kurz davor.
Die Hochschule teilte in einer Stellungnahme mit, Pohl sei ein absoluter Ausnahmefall. „Der junge Mann scheint ein Überflieger zu sein.“

Zum Turbo-Abschluss gratulierte auch FOM-Prorektor Stefan Heinemann. Dennoch freute er sich über den Erfolg der Klage: „Das schafft Klarheit für uns und die anderen Studenten.“

Urteil könnte überprüft werden

Vermutlich ist der Streit mit dem Urteil des Amtsgerichts aber noch nicht vom Tisch: Der Anwalt Pohls kündigte an, dass er das Urteil vermutlich vom Landgericht überprüfen lassen wolle. Sollte Pohl auch dort verlieren, muss er insgesamt noch einen fünfstelligen Betrag an die Uni zahlen. (dpa)

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