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Studie Die Folgen einer Cannabis-Freigabe

Untersuchung in US-Staaten und Uruguay: Die Cannabis-Freigabe kann den privaten Konsum erhöhen, hat aber auch positive Effekte, wie eine Studie zeigt.

06.10.2017 14:01
Montevideo
In Montevideo, Uruguay, stehen Menschen an einer Apotheke an, um legal Marihuana zu kaufen. Foto: rtr

Eine Freigabe von Cannabis kann den privaten Konsum erhöhen, bringt aber auch Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Französische Forscher legten am Freitag eine Untersuchung vor, in der sie die Folgen einer Cannabis-Legalisierung in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington sowie im südamerikanischen Uruguay untersuchen. Danach wurden Cannabis-Konsumenten zwar sorgloser, Finanzbehörden und Polizei profitierten aber von der Freigabe.

In Colorado und Washingon ist Marihuana seit 2012 zum privaten Konsum legal erhältlich. Uruguay verabschiedete 2013 ein ähnliches Gesetz, seit Juli können Konsumenten dort Cannabis rezeptfrei in der Apotheke kaufen.

Cannabis-Freigabe lohnt sich finanziell

Während in den US-Bundesstaaten der Konsum der Droge nur bei Erwachsenen zunahm, galt dies in Uruguay auch für sehr junge Konsumenten. In Colorado und Washington seien deutlich mehr Menschen wegen einer Überdosis in Krankenhäuser eingeliefert worden, schreiben die Experten der französischen Drogenbeobachtungsstelle OFDT und des Instituts für Sicherheits- und Justizstudien Inhesj. Dies hänge mit dem gesunkenen Risikobewusstsein zusammen.

Finanziell lohnte sich die Freigabe demnach aber: Die Finanzbehörden der US-Bundesstaaten nahmen pro Jahr jeweils eine Milliarde Dollar (rund 850 Millionen Euro) zusätzlich ein. Die Steuererträge überstiegen sogar die von Tabakprodukten. In Uruguay blieb dagegen ein bedeutender Schwarzmarkt bestehen, weil das Angebot laut Studie nicht die Nachfrage deckte. Deutlich entlastet wurden durch die Entkriminalisierung Polizei und Gerichte.

Laut OFDT-Vizepräsidentin Ivana Obradovic lassen die Ergebnisse keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine eventuelle Cannabis-Legalisierung in EU-Staaten zu. Sie könnten aber „nützlich für die öffentliche Debatte sein“. (afp)

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