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Studie 15 Prozent der Deutschen sind Fußball-Patrioten

Deutsche Flagge, Deutschland-Trikot, Nationalhymne: Daran erkennen Forscher Fußball-Patrioten.

14.06.2018 12:31
WM
Fan-Artikel allüberall. Foto: dpa

Rund 15 Prozent der Deutschen sind nach Studien von Gießener Sportsoziologen sogenannte Fußball-Patrioten. Sie haben während der Fußball-Europameisterschaft 2016 mindestens drei fußballpatriotische Handlungen ausgeführt: Sie hängten die deutsche Flagge auf, trugen ein Deutschland-Trikot, sangen die deutsche Nationalhymne vor einem Spiel mit oder fuhren in einem Autokorso mit. Wie die Uni Gießen am Donnerstag mitteilte, haben die Sportsoziologen in drei Studien die Auswirkung solcher Mega-Events auf die Gesellschaft untersucht. Die Studien sind in diesem Jahr in Fachzeitschriften erschienen.

In einer deutschlandweiten repräsentativen Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Berliner Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap während der Fußball-EM 2016 zeigte sich weiterhin, dass 40 Prozent der Deutschen mindestens eine dieser fußballpatriotischen Handlungen ausgeführt haben. Am häufigsten gaben die Befragten an, die Nationalhymne mitzusingen (21 Prozent), ein Deutschland-Trikot zu tragen (16 Prozent) oder eine Deutschland-Fahne aufzuhängen (15 Prozent).

Frauen nicht weniger fußballpatriotisch

Fußballpatriotismus sei stärker verbreitet in jüngeren Altersgruppen, bei Westdeutschen und bei Familien mit Kindern im Haushalt. „In Familien kommt vor allem das Schminken und Schmücken der Wohnung in den Nationalfarben häufiger vor“, sagte der Sportwissenschaftler Michael Mutz, der das Forschungsprojekt „Sportliche Großereignisse und die kollektive Identifikation der Bürgerinnen und Bürger“ leitete. Frauen seien genauso fußballpatriotisch wie Männer. Fußball-Patrioten ordneten sich im politischen Spektrum seltener links ein.

„Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist gerade während einer EM oder WM für viele Menschen ein Ankerpunkt für Identifikation und Zugehörigkeit“, erläuterte Mutz. Der Erfolg der deutschen Elf werde auf den Nationalstaat insgesamt projiziert, der dann auch positiver besetzt werde.

Eine weitere Studie der Forscher nahm den Zusammenhang von Fußball und Lebenszufriedenheit in den Blick. Danach gaben die Deutschen während der Fußball-EM 2016 an, glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben zu sein als einen Monat zuvor und zwei Monate nach dem Turnier. Knapp zwei Monate nach Ende des Turniers sei der Fußballeffekt aber verflogen und die Zufriedenheit lag wieder auf dem Ausgangsniveau. (epd)

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