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Stephen Hawking Familie und Freunde nehmen Abschied von Stephen Hawking

Während ein Datenträger mit seinen Erkenntnissen durch das All auf ein Schwarzes Loch zufliegt, wurde die Asche des weltberühmten Physikers Stephen Hawking in der Westminster Abbey beigesetzt.

Trauerfeier für Stephen Hawking
Abschied von einem Genie: Die Urne mit Hawkings Asche während der Trauerfeier am Freitag in London. Foto: rtr

Diese Idee hätte dem weltweit berühmten Astrophysiker Stephen Hawking gewiss gefallen: Seit Freitag ist seine Stimme Teil eines Datenpakets, das Wissenschaftler der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu seinen Ehren vom spanischen Cebreros aus auf den Weg gebracht haben. Immerhin 3457 Lichtjahre wird die „Botschaft des Friedens und der Hoffnung“ zum erdnächsten Schwarzen Loch unterwegs sein, weiß Lucy Hawking, die Tochter des im März verstorbenen Professors der Universität Cambridge.

Mit mehr als 1000 britischen Bürgern nahmen Familie und Freunde des Autors von „Eine kurze Geschichte der Zeit“ am Freitag Abschied bei einem Gedenkgottesdienst in Londons Westminster Abbey. Zu den Gästen zählten berühmte Kollegen wie der königliche Astronom, Lord Martin Rees, oder Physik-Nobelpreisträger Kip Thorne ebenso wie der Schauspieler Edward Redmayne, der Hawking 2014 in dem biographischen Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ verkörpert hatte. Zehn Jahre zuvor war diese Rolle in einem BBC-Fernsehspiel Benedict Cumberbatch zugefallen; der „Sherlock“-Darsteller beteiligte sich an der Feier mit einer Lesung ebenso wie Großbritanniens Vorzeigeastronaut Timothy Peake.

Ausdrücklich hatten die geschiedene Frau und die drei erwachsenen Kinder des Verstorbenen Wert darauf gelegt, dass ganz normale Bürger des auf der Insel hochpopulären Wissenschaftlers an der Feier teilnehmen konnten. 25 000 Briten beteiligten sich an einer Lotterie, mit deren Hilfe rund 1000 Plätze vergeben wurden.

Zu den Gästen zählten auch Menschen, die wie Hawking an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) leiden. Der Wissenschaftler war seit 1968 auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen, die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens war er zudem seiner Stimme beraubt. Da er seine Finger nicht mehr bewegen konnte, musste er mit seinem Sprachcomputer durch einen Wangenmuskel kommunizieren.

Das jetzt durchs Weltall rasende Datenpaket enthält diese weithin berühmte Stimme, mit der sich Hawking bis zuletzt in wissenschaftliche Diskussionen eingemischt, aber auch an Comedy-Sendungen teilgenommen hatte. Die Botschaft des Wissenschaftlers ist in einer neuen Komposition des griechischen Musikers Vangelis enthalten. Ziel ist das Schwarze Loch 1A0620-00, unter Astrophysikern gelegentlich auch als V616 Monocerotis geführt. Das Doppelsternsystem stößt gelegentlich Röntgenstrahlen aus, auch sonst wissen Wissenschaftler relativ viel über das erdnächste Schwarze Loch.

Er liegt nun neben Darwin

In London erhielt Hawking die höchste Ehre, die einem berühmten Wissenschaftler auf der Insel zuteil werden kann: Seine Asche wurde nach dem Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey, dem englischen Pantheon, beigesetzt, zwischen den Gräbern von Sir Isaac Newton, dessen Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik der Verstorbene innehatte, und dem Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin. In der „Ecke der Wissenschaftler“ liegen auch berühmte Physiker wie James Maxwell und Nobelpreisträger Paul Dirac. Es sei „von vitaler Bedeutung“, glaubt Westminsters Domdekan John Hall, „dass Wissenschaft und Religion auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen nach dem Ursprung des Lebens und des Universums zusammenarbeiten“.

Die britische Regierung hat zu Ehren des Verstorbenen 50 Stipendien für ausgezeichnete Studierende in den Feldern Mathematik, Physik und Computerwissenschaft ausgelobt. Man wolle „die nächste Generation dabei unterstützen, unser Wissen über das Universum zu erweitern“, gab Wissenschaftsstaatssekretär Sam Gyimah zur Begründung an.

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