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Spiel des Jahres Bierbrauer und Knallerbsen

Die Wahl zum „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ steht kurz bevor - die FR hat sich die sechs Nominierten angeschaut - und wagt je einen Siegertipp.

Spielaufbau „Quacksalber von Quedlinburg“
Bis der Kessel explodiert, werden bei den „Quacksalbern von Quedlinburg“ Fliegenpilze und Kreuzspinnen verkocht. Foto: Schmidt Spiele

Da können sich die Herren Nationalkicker mal ein Beispiel nehmen: Bei der Preisverleihung zum „Spiel des Jahres“ und zum „Kennerspiel des Jahres“ steht am Montag in Berlin ein rein deutsches Endspiel an. 

Je drei Titel wurden vor zwei Monaten in beiden Kategorien von den Juroren des Vereins „Spiel des Jahres“ nominiert. Seither wogt unter Spielefans die Debatte, wer 2018 das Rennen macht. Die FR hat sich die sechs Spiele angeschaut. Und wagt je einen Siegertipp.

Azul

Wer „Azul“ auspackt, wird, bevor er sich in die Regeln vertieft, mit Freude das Material in die Hand nehmen. Das „taktische Legespiel“ umfasst 100 Spielsteine - kein plattes Pappmaterial, sondern griffige Kunstharzkacheln. Ums Kacheln geht es auch.

Der portugiesische König Manuel I. ist begeistert von den Wanddekors der Mauren – und will seinen Palast mit diesen „Azulejos“ verzieren. Daraus erwächst der Job der Spieler. Jeder hat ein Tableau vor sich mit einem Muster von 25 Feldern für fünf verschiedene Kachelsorten. In der Tischmitte liegen je nach Spielerzahl 20 bis 36 Kacheln, zufällig gezogen in Vierergruppen. Die Regel lautet: Nimm dir von einer Vierergruppe alle Steine einer Farbe und lege sie sinnvoll auf deinem Tableau ab. Die übrigen bleiben als Fehlsteine liegen. Eine Runde endet, sobald alle Kacheln und auch Fehlsteine genommen sind. Wer sich verspekuliert, muss unter Umständen mehr Kacheln einer Farbe nehmen, als er unterbringen kann. 

Das bringt Minuspunkte. Umgekehrt bringen Steine, die ins Muster passen, Siegpunkte. Genau daraus resultiert die Spannung: Kriege ich, was ich brauche und kann durchkacheln? Oder lassen die anderen mich und mein Muster verhungern?

Ganz schön clever

Bei „Ganz schön clever“ rollen die Würfel, sogar sechs Stück an der Zahl. Und jene, die „immer“ Glück im Spiel haben, dürften auch beim Clever-Würfeln gute Chancen haben. Der Clou des Spiels ist der Wertungszettel. Was sonst Beiwerk ist, kommt hier als Manöverplan groß heraus. 

Für die fünf farbigen Würfel gibt es je ein eigenes Wertungsfeld, der weiße Sechsseiter gilt als Joker. Innerhalb der farbigen Wertungsabschnitte muss man stets kleine Aufgaben erfüllen: 
Mal muss man Zahlen aufsteigend erwürfeln, mal zu einem bestimmten Zeitpunkt eine möglichst hohe, oder innerhalb eines Quadranten flott Reihen und Spalten voll bekommen.

Der Hintergedanke bei alldem: Wer die kleinen Jobs flott erledigt, bekommt Boni. Zum Beispiel in einem anderen Bereich eine zusätzliche Zahl ankreuzen. Diese Spieldynamik kennen Vielspieler aus großen Strategiespielen: An vielen Stellen kleine Dinge richtig machen, dann summieren sich die Vorteile zum Ende zu Siegpunkten. Der aktive Spieler muss deshalb bei seinen Würfen abwägen: Welcher Würfel bringt mir gerade am meisten? Und welchen scheide ich aus? Einen der abgelegten Würfel dürfen die Mitspieler werten!

Auch als Solospiel funktioniert „Ganz schön clever“ bestens. Der Job dabei: Schlage deinen Highscore!

Die Quacksalber von Quedlinburg

Bei den „Quacksalbern von Quedlinburg“ schlüpfen bis zu vier Akteure in die Rollen von Wunderheilern, die in einem Wettstreit über neun Runden die meisten Punkte aus ihrem Kessel zu fischen versuchen. Dazu panschen sie die wildesten Trank-Kreationen mit Alraunwurzel, Fliegenpilz oder Kreuzspinne zusammen.

Als Spielidee funktioniert das so: Jeder hat einen Stoffbeutel, darin eine bestimmte Menge und Art von Chips (eben jene Alraune etc.). Alle ziehen gleichzeitig und blind aus dem Sack und legen den Chip auf dem eigenen Kessel ab. Der ist,abstrakt gesprochen, ein Zahlenstrahl, und das gemeinsame Merkmal der Chips sind Zahlen zwischen 1 und 4. Der Wert besagt, wie weit entfernt man sie auf dem Zahlenstrahl vom letzten Chip legen muss. Je weiter man kommt, desto höher die Gratifikation in Form von Punkten und Geld.

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