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Sexualität Wie geht das mit dem Kondom?

Laut einer neuen Studie wissen junge Menschen weniger über Sexualität, als sie glauben. Sie fühlen sich unsicher im Gebrauch von Verhütungsmitteln und im Umgang mit ihren Körpern.

11.11.2016 07:50
Alexandra Knief
22 Prozent der Befragten gaben an, sich bei der Nutzung von Gummis unsicher zu fühlen. Foto: dpa

Etwa jeder dritte junge Mensch zwischen 16 und 21 Jahren in Deutschland geht beim Sex das Risiko ein, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage, die die Initiative „Jugend gegen Aids“ gemeinsam mit der Dating-App „Lovoo“ durchgeführt hat. Die ersten Ergebnisse daraus wurden am Donnerstag in Berlin vorgestellt.

2500 junge Menschen haben an der Umfrage teilgenommen. Das Resultat: Viele von ihnen sind bei weitem nicht so aufgeklärt wie sie selbst meinen. 22 Prozent der Befragten gaben zum Beispiel an, sich bei der Nutzung von Kondomen unsicher zu fühlen.

Schulunterricht reicht nicht

Etwa genauso viele Teilnehmer gaben zu, nicht immer, wenn sie mit einem neuen Partner Sex haben, überhaupt ein Kondom zu benutzen. Nur zwei von drei Befragten nannten die Gefahr, sich mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken, als Grund für eine Verhütung.

Trotz dieser Resultate betonten 96 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass sie nach eigener Ansicht umfassend über das Thema Sexualität Bescheid wissen. „Auch die öffentliche Meinung ist, dass die Jugendlichen heutzutage gut aufgeklärt sind“, sagt Marlon Jost, Marketingvorstand von Jugend gegen Aids. „Wenn man aber tiefer in die Daten einsteigt, merkt man, dass das einfach nicht stimmt. Das wollen wir zeigen.“

Neben den Themen „Sexuelle Aufklärung und Verhütung“ spielte auch das Thema „Körperbilder“ eine Rolle in der Umfrage und lieferte erschreckende Ergebnisse: Fast die Hälfte der Befragten gab an, mit ihrem Körper nicht zufrieden zu sein. Ganze 80 Prozent sagten, sie würden etwas ändern, wenn sie könnten. „Viele denken sie müssten aussehen wie die Leute, die sie mal im Porno gesehen haben“, sagt Jost. „Die Jugendlichen brauchen eine Distanz, die aufzeigt, dass das nicht die Realität ist.“ Nur so könnten junge Leute lernen, ihren Körper zu akzeptieren.

Oftmals kämen dies und der Sexualkundeunterricht in der Schule laut „Jugend gegen Aids“ allerdings zu kurz. „Es ist falsch, anzunehmen Jugendliche seien aufgeklärt, nur weil das Thema einmal in der Schule drangekommen ist“, betont Jost.

Keine Ansprechpartner

„Die Fragen sind da, aber vielen fehlt der Ansprechpartner.“ Ein Viertel der Umfrageteilnehmer gab an, niemanden zu haben, an den sie sich mit ihren Fragen wenden können. Bei der ehrenamtlichen Initiative Jugend gegen Aids leisten junge Leute Aufklärungsarbeit auf Augenhöhe und setzen sich gezielt in Schulworkshops, auf Festivals und mit Kampagnen für eine vielfältige und aufgeklärte Gesellschaft ein. Schirmherr der Initiative ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Die Umfrage leitet eine mehrwöchige Reihe von Veranstaltungen und Aktionen von Jugend gegen Aids rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ein.

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