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Schwere Vergewaltigungsvorwürfe New York verklagt Harvey Weinstein

Nach mittlerweile über 100 Vorwürfen der Belästigung und Vergewaltigung erhebt der US-Bundesstaat New York nun Anklage gegen Filmproduzent Harvey Weinstein und dessen Produktionsfirma.

Harvey Weinstein
Harvey Weinstein bei der Global Media and Communications Conference 2012 in New York Foto: Carlo Allegri (X02452)

Harvey Weinstein, das war einmal ein großer Name in Hollywood. Die Welt kannte ihn, weil er Welterfolge produzierte. „Pulp Fiction“, „Der Herr der Ringe“ und „Der Englische Patient“, zum Beispiel. Seine Filme erhielten Oscars und Golden Globes, Meryl Streep nannte ihn in einer Dankesrede einst einen „Gott“. Heute distanziert sich Streep von Weinstein. Die eigene Weinstein Company hat den 65-Jährigen als Vorstandschef abgesetzt, Organisationen wie die Oscar-Akademie haben ihn ausgeschlossen. Denn seit Herbst vergangenen Jahres haben mehr als 100 Frauen Weinstein beschuldigt, sie sexuell belästigt, genötigt oder vergewaltigt zu haben.

Nun hat der US-Bundesstaat New York Harvey Weinstein und seinen Bruder Robert und ihre gemeinsame Produktionsfirma Weinstein Company verklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen in der Anklage „wiederholte, fortdauernde und entsetzliche Rechtsverletzungen“ vor. Harvey Weinstein habe seine Angestellten „bösartig und ausbeuterisch“ behandelt. Die Firma habe sie nicht vor diesen Übergriffen geschützt, diese seien vielmehr über Jahre wissentlich hingenommen und in obersten Etagen unterstützt worden.

„Die Führung der Weinstein Company war mitschuldig am Verhalten Harvey Weinsteins. Sie wussten, was vor sich geht. Und sie wussten, wie verbreitet es war. Trotzdem taten sie nichts“, sagte der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman am Montag. Von einem für Frauen „feindlichen Arbeitsumfeld“ ist die Rede, in der Weinstein Company sollen Bürger-, Menschen- und Arbeitsrechte verletzt worden sein. Für die Weinstein-Brüder und ihre Firma kommt diese Nachricht zu einem schlechten Zeitpunkt. Ein geplanter Verkauf der Weinstein Company scheitert nach Bekanntwerden der Anklage am Sonntag. Eine interessierte Investorengruppe zieht ihr Angebot über 500 Millionen US Dollar laut Wall Street Journal wieder zurück.

Harvey Weinstein, das ist in Hollywood heute kein großer Name mehr. Man konnte Bücher füllen mit den Erfolgen, die er produzierte. 1979 gründen er und sein Bruder in New York Miramax, eine Produktions- und Verleihfirma. 1993 kauft Disney die Firma, 2005 verlassen die Weinstein-Brüder Miramax und gründen die Weinstein Company. Was nun, nach dem geplatzten Verkauf bleibt unklar. Niemand in der Branche spricht mehr über den Produzenten Weinstein. Sein Name ist zu einem Synonym für sexuelle Belästigung geworden.

Als die Vorwürfe gegen Weinstein bekannt werden, ihn Schauspielerinnen wie Rose McGowan und Asia Argento der Vergewaltigung bezichtigen, mündet das in eine große Debatte über Sexismus. Künstlerinnen aus Hollywood gründen die Bewegung „Time’s Up“ gegen sexuelle Belästigung. Unter dem Hashtag „MeToo“ teilten weltweit Frauen ihre Erfahrungen mit dem Thema.

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