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Schwarzer Ganzkörperanzug Serena Williams löst Debatte aus

Bei den French Open im Juni tritt Tennisstar Serena Williams im schwarzen Ganzkörperanzug an. Nun soll eine neue Kleidervorschrift her. Der Unmut über ein mögliches Verbot ist groß.

Serena Williams
Gut getroffen. Foto: dpa

Gut zwei Monate hat er an sich gehalten. Aber jetzt hat er seinem Herzen doch noch Luft gemacht. Bernard Giudicelli, Präsident des Französischen Tennisverbands FFT, hat im „Tennis Magazine“ Klartext geredet. Der hautenge schwarze Ganzkörperanzug, mit dem die Amerikanerin Serena Williams auf den Courts von Roland-Garros nicht nur die Blicke der Tennisexperten auf sich zog, komme ihm fortan nicht mehr unter die Augen, hat der Funktionär klargestellt: „So ein Anzug wird künftig nicht mehr akzeptiert, man muss Spiel und Spielort respektieren.“ Eine entsprechende Kleiderordnung für Roland-Garros sei in Arbeit.

Das Echo ließ nicht lange auf sich warten. Ein Aufschrei der Empörung hallt durchs Land. Der Unmut gilt freilich nicht dem von der Filmserie „Black Panther“ inspirierten Outfit der Spielerin, sondern dem Ansinnen, ihr dieses zu verbieten. „Serena kann tragen, was sie will“, lautet der in den sozialen Netzwerken nahezu einhellig erhobene Befund. Die Grünen-Politikerin und Ex-Ministerin Cécile Duflot beklagt männliche Bevormundung. „Mal ziehen die Frauen aus Sicht der Männer zu viel an, dann wieder zu wenig“, twittert Duflot und verweist auf die angeblich im zu kurzen Rock in Wimbledon erschienene Gussy Moran.

Andre Agassi in Jeans-Shorts

Ex-FFT-Präsident Jean Gachassin sieht auch männliche Willkür am Werk. Andre Agassi sei bei dem Turnier in Jeans-Shorts erschienen, Stan Wawrinka in einer Art Schlafanzughose, erzählt Gachassin. Man habe gelächelt, aber nicht daran gedacht, zur Keule eines Verbots zu greifen.

Williams’ Ausrüster Nike lässt den Tennisverband wissen, dass er im Fall des US-Stars an Grenzen stoßen wird. „Sie können der Superheldin ihren Anzug wegnehmen, aber nicht ihre Superpower“, teilt der Sportartikelfabrikant den Kleiderordnungsmachern mit. Und Williams selbst?

Die Amerikanerin, die im Catsuit mit katzenartiger Geschmeidigkeit Julia Görges aus dem Wettbewerb geworfen hatte, bevor sie im Achtelfinale gegen Maria Sharapova verletzt aufgab, zeigt sich von der in Frankreich entbrannten Polemik unbeeindruckt. Beim Auftaktmatch der US Open zelebrierte sie ihre Tenniskunst Anfang der Woche erneut in eigenwilligem Dress. In einem engen, asymmetrisch geschnittenen, schwarzen Kleid mit Tüllbesatz erschien sie, wie eine Balletttänzerin aus den 50er-Jahren. Was der FFT wohl dazu sagt?

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