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Schulessen aus Rüsselsheim Essenslieferant vermutet Noro-Viren-Welle

Tausende Schüler in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen leiden an Magen-Darm-Problemen. Verantwortlich dafür soll das Schulessen einer Firma aus Rüsselsheim sein. Dort vermutet man, dass nicht verunreinigtes Essen, sondern eine Noro-Virus-Welle die Erkrankungen auslöst.

27.09.2012 22:55
Das Schulessen gilt derzeit als eine mögliche Ansteckungsquelle. Foto: dpa

Das in Rüsselsheim ansässige Catering-Unternehmen Sodexo glaubt nicht an verunreinigtes oder verdorbenes Essen als Grund für die vielen Erkrankungen bei Kindern in Ostdeutschland. „Weniger als fünf Prozent der insgesamt von uns belieferten Schulen sind von den Erkrankungen betroffen“, sagte Sodexo-Sprecher Stephan Dürholt am Freitag der Nachrichtenagentur dapd. Die Firma beliefert einen Großteil der Schulen mit Essen, an denen Kinder derzeit unter schweren Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Erste Ergebnisse aus Labors, die Lebensmittelproben untersuchen, werden für den Nachmittag erwartet.

„Wir vermuten, dass es sich um eine Noro-Virus-Welle handelt, mit der wir nichts zu tun haben“, sagte Dürholt: „Der Grund dafür, dass fast alle Kinder Essen aus unseren Küchen gegessen haben, ist einfach, dass wir gerade in Deutschland sehr viele Schulen beliefern. Wir hoffen, dass es allen Kindern ganz schnell wieder besser geht.“ Bundesweit sind mehr als 4.000 Kinder in mehreren Bundesländern erkrankt, viele Schulen bleiben vorsichtshalber geschlossen.

Bislang mussten drei Kranke stationär aufgenommen werden, wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mit Verweis auf das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte.

Tausende Kinder krank

Auch aus dem sächsischen Sozialministerium hieß es, es bestehe der Verdacht auf Noroviren. Die Beschwerden begannen überwiegend ab Dienstagabend. Vereinzelt bleiben betroffene Schulen am Freitag geschlossen.

Nach Angaben des RKI handelt es sich um mindestens 4000 Fälle. Nach Recherchen der dpa in den einzelnen Bundesländern sind es hingegen rund 2500 Erkrankungen.

In Brandenburg teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit, es seien landesweit etwa 1115 Fälle bekanntgeworden. In Sachsen wurden nach Ministeriumsangaben seit Wochenbeginn mehr als 600 Kinder mit Magen-Darm-Erkrankungen gemeldet. In Berlin sind der Senatsverwaltung zufolge in fünf Bezirken rund 400 Fälle gemeldet worden. In Thüringen erkrankten nach Angaben des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt 340 Kinder.

Neben dem RKI sind auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in die Untersuchungen involviert. (dapd/dpa)

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