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Queen Elizabeth II Kopf gerade, Manuskript hoch

Die britsche Queen Elizabeth II erinnert sich an ihre Krönung vor knapp 65 Jahren.

Queen Elizabeth
Bloß nicht den Kopf zu weit neigen, sonst könnte wer weiß was geschehen - das weiß auch Elizabeth II. Foto: rtr

Wenn Fernsehen etwas mit der Realität zu tun hätte, müsste eine Serie über das Leben Elizabeths II wohl „Die Akte“ heißen. Noch heute verbringt die 91-Jährige täglich mehrere Stunden am Schreibtisch, ist den Worten Eingeweihter zufolge stets bestens informiert über die Vorgänge in ihrem Königreich und weit darüber hinaus.

Weil aber bürokratische Vorgänge niemanden so recht interessieren, trägt die Serie auf Netflix den viel schöneren Namen „The Crown“. Gekrönt wird an diesem Sonntag auch bei der BBC. Eine einstündige Dokumentation widmet sich jenem Tag im Juni 1953, an dem die bereits seit knapp 16 Monaten amtierende Königin offiziell die Insignien ihres Amtes in Empfang nahm. Dafür unterhielt sich die Interview-scheue Monarchin sogar mit Alastair Bruce, einem Freund ihres jüngsten Sohnes Eduard und Träger eines schönen Ehrentitels (Fitzalan Pursuivant of Arms Extraordinary) beim königlichen Heraldik-Amt.

Wie das denn sei mit der Krone, fragt Bruce respektvoll, da müsse man doch sicher ganz stillhalten. Ihre Majestät nickt zustimmend und sagt: „Den Kopf gerade halten und das Redemanuskript hochhalten. Sonst fällt sie runter und man bricht sich das Genick.“

Die Rede ist von der Kaiserlichen Staatskrone (Imperial State Crown), die Elizabeth II beinahe jährlich zur sogenannten Thronrede, einer Art Regierungserklärung, trägt. Über und über mit 2868 Diamanten, elf Smaragden, fünf Rubinen und 273 Perlen bedeckt, wiegt das gute Stück 910 Gramm. Für Elizabeth wurde die Krone extra um etwa 2,5 Zentimeter verkleinert: „Sie war grösser, als mein Vater sie trug.“ 

Immer wieder nimmt die Königin Bezug auf ihren Vorgänger, dessen Krönung zu Georg VI sie 1937 zusehen durfte. „Eine Krönung habe ich miterlebt, bei einer anderen war ich die Empfängerin. Das ist ganz beachtlich“, sagt sie mit dem trockenen Humor einer Generation, in der große Worte stets verpönt waren. 

Ihre eigene Krönung kam 16 Monate nach ihrer Thronbesteigung am 2. Juni 1953, einem scheußlichen Regentag. Die Goldkrone, die ihr damals der Erzbischof von Canterbury aufsetzte, ist zwar nach dem heiligen Eduard dem Bekenner benannt, der von 1042-66 regierte. Ganz so alt ist sie in Wirklichkeit aber nicht: Das 2,25 Kilogramm schwere Stück wurde für die Wiederherstellung der Monarchie nach der Cromwell’schen Republik 1661 erstellt. 

Ein faszinierendes Detail entdeckten Bruce und der Dokumentarfilmer Anthony Geffen bei ihrer Recherche für ihren einstündigen Film: Im Zweiten Weltkrieg landeten die Kronjuwelen in einer Keksdose und wurden im Schloßgelände von Windsor vergraben, aus Angst vor der Nazi-Invasion. „Das wußte nicht einmal die Queen selbst“, berichtet Bruce vergnügt.

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