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Portugal Blitzschlag wohl Ursache für Waldbrand

2. Update Bei den verheerenden Bränden in Portugal steigt die Zahl der Toten auf 62. Viele Menschen sterben auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos. Ein Blitzeinschlag gilt als mögliche Brandursache.

18.06.2017 12:43
Waldbrände in Portugal
Polizisten stehen auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos. Viele Menschen starben auf der Flucht vor den Flammen in ihren Wagen. Foto: dpa

Die Zahl der Toten des verheerenden Waldbrandes in Portugal ist nach Angaben der Regierung auf mindestens 62 gestiegen. Er ist möglicherweise durch Blitzschlag verursacht worden. Die Europäische Union sowie Deutschland hat Portugal im Kampf gegen die Flammen Hilfe angeboten. Portugal hat eine Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko beantragt.

Am Sonntagnachmittag hatte die Feuerwehr zwei der vier Feuerfronten unter Kontrolle, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst aufgrund der starken Rauchentwicklung unmöglich gewesen. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.  

Viele Opfer starben auf der Flucht vor dem Brand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt. Mindestens 59 Menschen wurden bei dem Waldbrand verletzt.

Das Feuer war am Samstagnachmittag in der Region Leiria nahe der Ortschaft Pedrógão Grande im Zentrum des Landes ausgebrochen. Über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrógão Grande habe sich ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag. „Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde.“

In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. Rund um den Ort, der knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt, ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.

Rund 900 Feuerwehrleute waren am Sonntag mit fast 300 Fahrzeugen im Einsatz. Die Europäische Union kündigte an, Löschflugzeuge zu entsenden, um die Behörden in Portugal zu unterstützen. Frankreich schicke drei Flugzeuge, sagte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Spanien entsandte zwei Löschflugzeuge, um den Feuerwehrleuten im Nachbarland zu helfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Portugals Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Sie bot deutsche Hilfe an, falls diese benötigt werde, wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich "tief bestürzt". Es seien "erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", teilte Gabriel in Berlin mit.

Auch die Europäische Union Hilfe zugesagt. „Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen“, erklärte der zuständige  EU-Kommissar Christos Stylianides am Sonntag.

Auf Bitte Portugals würden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt, die nun rasch entsandt würden. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. Stylianides drückte seine Trauer um die Opfer und sein Mitgefühl für die Betroffenen aus.

Ministerpräsident António Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. Mit einer Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko will Portugals Fußball-Nationalteam zudem der zahlreichen Todesopfer bei den Waldbränden in der Heimat des Europameisters gedenken. Zudem sei beim Fußball-Weltverband beantragt worden, dass Cristiano Ronaldo & Co. bei ihrem ersten Spiel am Sonntag, 17 Uhr/Sport1, in Kasan einen Trauerflor tragen. Die FIFA habe dem zugestimmt, teilte Portugals Verband FPF mit.

Zudem unterschrieben alle 23 portugiesischen Spieler einen Brief in Gedenken an die Opfer, der auf der FPF-Seite veröffentlicht wurde. „Das ist ein Tag der großen Bestürzung und des Schmerzes für unser Land“, heißt es darin. „Wir senden unser innigstes Beileid an die Familien, Freunde und Angehörige der Opfer. Wir wissen zwar, dass bloße Worte ihren Schmerz nicht minimieren können. Aber wir werden sie heute auf dem Spielfeld in unseren Herzen tragen.“

Portugals Teams spielt am Sonntag um 17 Uhr deutscher Zeit in Kasan gegen Mexiko.  (afp/dpa)

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