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Polizistenmord in Augsburg Fahndung läuft auf Hochtouren

Nach dem Polizistenmord in Augsburg am frühen Morgen fahndet die Polizei weiter nach den flüchtigen Tätern. Alle verfügbaren Kräfte werden eingesetzt, um die bewaffneten Täter zu finden.

28.10.2011 09:39
Polizeikräfte suchen im Augsburger Siebentischwald nach den Polizistenmördern. Foto: dpa

Nach dem Polizistenmord in Augsburg am frühen Morgen fahndet die Polizei weiter nach den flüchtigen Tätern. Alle verfügbaren Kräfte werden eingesetzt, um die bewaffneten Täter zu finden.

Der Augsburger Siebentischwald, sonst ein friedliches Erholungsgebiet am Lech, ist weiträumig abgesperrt. Hunderte Polizeibeamte durchsuchen das weitläufige Gebiet am Hochablass und der Kanu-Olympiastrecke. Der Tatort lässt sich nur erahnen. Irgendwo dort fielen in den Nacht zum Freitag nach einer dramatischen Verfolgungsjagd die tödlichen Schüsse auf einen 41 Jahre alten Polizeibeamten.

„Die Fahndung läuft auf Hochtouren“, sagt ein Polizeisprecher der mobilen Pressestelle, die am Hochablass, einer Staustufe am Lech, eingerichtet worden ist. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, sogar das Sondereinsatzkommando aus München ist vor Ort. Am Freitag kreisen zwei Hubschrauber über dem Siebentischwald.

Täter fliehen zu Fuß

Der Polizist und seine 30 Jahre alte Kollegin hatten in den frühen Morgenstunden im Augsburger Stadtteil Hochzoll Süd ein mit zwei Personen besetztes Motorrad verfolgt, das sie zuvor hatten kontrollieren wollen. Bei dem Versuch, die Flüchtenden zu stellen, wurden die Beamten von diesen beschossen. Der Polizist erlitt dabei tödliche Verletzungen. Die Kollegin alarmierte umgehend die Rettungskräfte und forderte Unterstützung an. Der Notarzt konnte den Beamten allerdings nicht mehr retten.

Von den Tätern, die das Motorrad am Tatort zurückließen und zu Fuß flüchteten, fehlt bislang jede Spur. Über sie ist bislang wenig bekannt. Sie waren dunkel gekleidet und sollen zwei großkalibrige Schusswaffen bei sich tragen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich entsetzt. „Wir werden alles unternehmen, um die feigen Mörder dingfest zu machen“, sagte er. Der Innenminister wurde am Nachmittag selbst in Augsburg erwartet.

„Konsequenzen ziehen“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich tief erschüttert über den gewaltsamen Tod des 41-Jährigen. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen des getöteten Beamten“, sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut in Berlin. „Das Wichtigste ist nun erst einmal die beiden Täter zu fassen und den Angehörigen des Opfers die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen“, fügte er hinzu.

Große Betroffenheit herrscht auch beim bayerischen GdP-Landesverband. „Obwohl man um dieses enorm hohe Risiko als Polizist natürlich weiß, ist es dennoch furchtbar, solchen Vorfällen relativ hilflos gegenüber zu stehen“, sagte Landeschef Helmut Bahr. Nun müssten zunächst die Täter gefasst und die Angehörigen des Opfers die nötige Hilfe bekommen. Auch die beteiligte Polizeibeamtin müsse bestmöglich betreut werden. „Danach muss man prüfen, welche Konsequenzen möglicherweise aus diesem Vorfall gezogen werden müssen“, forderte Bahr. Seit 1945 wurden laut GdP 392 Polizisten getötet. (dapd)

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