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Polizeigewalt Südafrika Neun Polizisten suspendiert

Südafrikas Polizei zieht Konsequenzen aus der brutalen Polizeiaktion, bei der ein Mann zu Tode geschleift worden war. Insgesamt neun Polizeibeamte, die an dem Vorfall beteiligt waren, wurden am Freitag von ihrem Dienst suspendiert.

01.03.2013 13:30
Ein Amateurfilmer hielt die Misshandlung von Mido Macia auf Video fest. Foto: dpa

Die südafrikanische Polizei hat acht Beamte vom Dienst suspendiert, die in den Tod eines festgenommenen Taxifahrers verwickelt sein sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa, die Agentur AFP spricht von acht suspendierten Polizisten.

Eine Zeitung hatte am Vortag ein Video veröffentlicht, das die grobe Misshandlung eines Verdächtigen belegte. „Das Video zeigt, dass eindeutig die Rechte des Opfers verletzt worden waren“, sagte Südafrikas Polizeichefin Riah Phiyega am Freitag in Pretoria. Das Vorgehen der Beamten sei nicht akzeptabel, sagte Phiyega, Südafrikas Polizei dürfe sich niemals so verhalten, wie das geschehen sei.

Der Fall werde genauestens untersucht, versicherte Phiyega. Die verdächtigen Beamten hätten ihre Waffen abgeben müssen. Zudem habe der Chef des Polizeireviers, in dem der Taxifahrer tot aufgefunden wurde, seinen Posten räumen müssen. Am Donnerstag wurden Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet.

Angesprochen wegen Falschparkens

Der Mosambikaner Mido Macia war bereits am Dienstag gestorben. Polizisten hatten am Dienstag in Daveyton nahe Johannesburg einen Taxifahrer aus Mosambik an ihren Wagen gefesselt und bis zum Revier mitgeschleift. Wie die Obduktion später ergab, starb der 27-Jährige an seinen schweren Kopfverletzungen und inneren Blutungen. Der Radiosender EWN berichtete, die beteiligten Polizisten hätten den Tod des Taxifahrers zuvor darauf zurückgeführt, dass er in der Zelle von anderen Inhaftierten angegriffen worden sei.

Der Fall erregte international Aufsehen, nachdem sich Videoaufnahmen von Macias Misshandlung im Internet verbreiteten. Zu sehen ist, wie der 27-Jährige mit Handschellen an einen Polizeiwagen gebunden und anschließend von dem fahrenden Auto durch die Straßen des Townships Daveyton östlich von Johannesburg bis zum Polizeirevier geschleift wird. Weniger als zweieinhalb Stunden später wurde der Mosambikaner tot in seiner Zelle in dem Revier aufgefunden. Laut Zeugenaussagen hatten die Beamten Macia wegen Falschparkens angesprochen.

Entsetzen über Polizeibrutalität

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte die „brutale Tötung“ des 27-Jährigen scharf verurteilt. Er bezeichnete die Tat als „entsetzlich, verstörend und nicht akzeptabel“. Die Oppositionspartei Demokratische Allianz verlangte eine Untersuchung durch die südafrikanische Menschenrechtskommission. Auch in Macias Heimat war das Entsetzen groß. Der mosambikanische Außenminister Oldemiro Baloi erklärte, seine Regierung sei zutiefst empört.
Der Fall dürfte weiter zum bereits schlechten Ruf der südafrikanischen Polizei beitragen. Im August vergangenen Jahres hatten Beamte 34 streikende Minenarbeiter erschossen. Negative Schlagzeilen brachte der Polizei auch der Fall des unter Mordverdacht stehenden Paralympics-Siegers Oscar Pistorius. Der Hauptermittler wurde abgezogen, nachdem bekannt wurde, dass er des versuchten Mordes in sieben Fällen verdächtig ist.
Phiyega erklärte in einem AFP-Interview, die Polizei genieße weiterhin das Vertrauen der Bevölkerung. „Es handelt sich um eine riesige Organisation, daher ist es nicht ungewöhnlich, dass solche Dinge passieren“, sagte sie zum Fall Macia. Entscheidend sei, wie mit derartigen Vorfällen umgegangen werde. (dpa/afp)

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