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Nordindien ohne Strom Heftiger Blackout legt Indien lahm

Im Norden Indiens sitzen mehr als 330 Millionen Menschen im Dunkeln. Das regionale Stromnetz ist völlig zusammengebrochen - das sorgt unter anderem in der Hauptstadt Neu-Delhi für Chaos im Berufsverkehr. Schuld soll eine Netzüberlastung sein

30.07.2012 13:30
Passagiere warten im Zug auf die Weiterfahrt. Weil der Strom ausgefallen ist, stehen die Bahnen zunächst aber still. Foto: dapd

Im Norden Indiens sitzen mehr als 330 Millionen Menschen im Dunkeln. Das regionale Stromnetz ist völlig zusammengebrochen - das sorgt unter anderem in der Hauptstadt Neu-Delhi für Chaos im Berufsverkehr. Schuld soll eine Netzüberlastung sein

Ein gigantischer Stromausfall hat am Montagmorgen den Norden Indiens einschließlich der Hauptstadt Neu Delhi getroffen. Bis zu 300 Millionen Menschen in neun Bundesstaaten waren stundenlang von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach ersten Untersuchungen brach das gesamte Netz im Norden zusammen, weil einige Bundesstaaten mehr Strom abriefen als ihnen zugeteilt war.

Den Behörden zufolge handelte es sich um den schlimmsten Blackout seit elf Jahren. Die Lichter in der Hauptstadt Neu-Delhi und sieben Einzelstaaten erloschen in den frühen Morgenstunden. Nach Angaben von Energieminister Sushilkumar Shinde brach das nördliche Versorgungsnetz in der Nacht gegen 2 Uhr vermutlich wegen Überlastung zusammen. Etliche Züge im Land fielen aus, bis Dieselloks als Ersatz herbeigeschafft werden konnten. In zahlreichen Städten, darunter auch Neu Delhi, brach der Verkehr zusammen, weil ausgerechnet zur Stoßzeit die Ampeln ausfielen. Zehntausende Städter waren auch ohne Wasser, da die Pumpen ebenfalls meist mit Strom arbeiten.

In den großen Krankenhäusern ging der Betrieb dagegen ungehindert weiter – wegen immer wieder vorkommender kurzer Ausfälle bei der Stromversorgung haben die meisten inzwischen Dieselgeneratoren angeschafft. Auch der internationale Flughafen von Neu Delhi lief über seine Notstromversorgung weiter.

Betroffen waren neben Neu Delhi auch die Staaten Jammu und Kaschmir, Punjab, Rajasthan und Uttar Pradesh – in der gesamten Region leben etwa 28 Prozent der 1,2 Milliarden Inder. Als Notmaßnahme wurden nach Angaben des Energieversorgers PSOC die Stromnetze im Westen und Osten Indiens sowie aus dem Königreich Bhutan angezapft. Gegen 13 Uhr Ortszeit war die Versorgung in der Hauptstadt vollständig und im Rest der Region zu 70 Prozent wiederhergestellt.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht hängt bis heute in der Stromerzeugung überwiegend von der Kohle ab, zudem leidet sie unter einem veralteten Leitungssystem. Besonders in den heißen Sommermonaten, in denen der Stromverbrauch deutlich ansteigt, kommt es immer wieder zu Engpässen und kurzen Ausfällen. Ein derart schwerwiegender Blackout wie am Montag liegt allerdings mehr als ein Jahrzehnt zurück: Im Jahr 2001 war der Norden des Landes insgesamt 16 Stunden lang ohne Strom. Energiemangel und marode Straßen und Eisenbahnstrecken behindern die Industrialisierung Indiens. (AFP, dpa)

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