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Neuseeland Dorf zu verkaufen

Aussteiger auf Schnäppchenjagd aufgepasst: In Neuseeland steht ein ganzes Dorf zum Verkauf. Es besteht aus 14 Wohnhäusern, einem Bahnhof und einem Hotel. Von Anna Sarah Berger

28.06.2010 00:06
Anna Sarah Berger
Die Noch-Besitzer Christine und Bill Hennah. Foto: Amy Glass

Aussteiger auf Schnäppchenjagd aufgepasst: In Neuseeland steht ein ganzes Dorf zum Verkauf. Otira ist ein verschlafenes Nest an der Westküste von Neuseelands Südinsel, mitten im Arthur´s National Park. Es besteht aus 14 Wohnhäusern, einem Bahnhof und hat sogar ein Hotel.

Rund um das Dorf gibt es vor allem eines: Eine "Millionen-Dollar-Aussicht", wie es Christine Hennah nennt. Die Neuseeländerin und ihr Ehemann, Bill Hennah, haben das Dorf vor zwölf Jahren gekauft. Bei einer Zugfahrt waren sie durch die fast verlassene Ortschaft gekommen. Als sie hörten, dass Otira am sterben sei und zum Verkauf stehe, waren sie so gerührt, dass sie es kurzerhand erwarben. Damals zählte Otira gerade noch elf Einwohner. 80 000 neuseeländische Dollar bezahlte das Paar für das Dorf, inklusive Hotel, Bahnhof, Feuerwehr und den Wohnhäusern.

Seitdem her hat sich einiges getan. Bill und Christine Hennah möbelten das Hotel auf, eröffneten einen Pub und renovierten die Häuser. Inzwischen leben wieder 44 Menschen dort.

Jetzt ist das Schnäppchen erneut auf dem Markt. Sie seien beide nun über 60 und ihnen fehle die Energie, weiterzumachen wie bisher, sagten Bill und Christine Hennah dem neuseeländischen Fernsehsender TV ONE. Außerdem musste Bill die Ausbauarbeiten einstellen, nachdem ihn ein Bulle auf die Hörner genommen und ihm einen Arm gebrochen hat, wie er dem Fernsehsender erzählte.

1,5 Millionen neuseeländische Dollar - rund 865 500 Euro - wollen die Dorfbesitzer heute für Otira. "Es muss noch ein wenig Arbeit hineingesteckt werden, aber das meiste haben wir schon getan", erklärt Christine Hennah den ungleich höheren Verkaufspreis. Überdies seien die 14 Häuser vermietet und brächten jedes 120 Dollar pro Woche ein.

Wer dennoch nicht gleich das ganze Dorf haben möchte, kann sich zunächst auch mit dem Hotel begnügen. 350 000 Dollar kostet die Pension samt Pub. Zwei mit purpurrotem Stoff überzogene Stühle sind inklusive. "In der Lieblingsfarbe der Queen", sagen die Hennahs, die die Sitzmöbel eigens beziehen ließen, um auf einen Besuch von Königin Elizabeth vorbereitet sein. Die war 1950 - damals noch ungekrönt - schon einmal durch Otira gekommen, als das Dorf noch voller Leben war.

600 Einwohner hatte es zu dieser Zeit. Sie lebten vor allem von der Eisenbahn. Als 1980 der Zugverkehr weitgehend eingestellt wurde, ging es mit Otira steil bergab - doch durch Christine und Bill Hennah in den letzten zwölf Jahren wieder stetig aufwärts. Die beiden sind sich sicher: "Es steckt noch viel Potential in Otira."

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