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Mord am Alexanderplatz Polizei verhört Verdächtigen im Fall Jonny K.

Nach der tödlichen Prügelattacke am Alexanderplatz hat die Polizei einen 19-jährigen Weddinger festgenommen. Offenbar kennen die Ermittler inzwischen auch die Namen der anderen Täter.

23.10.2012 13:30
A.Kopietz und L.Schnedelbach
Ein mutmaßlicher Täter der tödlichen Prügelattacke auf dem Alexanderplatz wird zur Vernehmung in die Keithstraße gebracht. Foto: Thomas Schröder

Im Fall des am Berliner Alexanderplatz totgeprügelten Jonny K. hat es am Dienstag eine erste Festnahme gegeben. Nach Informationen der Berliner Zeitung wurde der tatverdächtige 19-jährige Osman A. am Nachmittag im Ortsteil Berlin-Wedding festgenommen.

Fahnder des Landeskriminalamtes stellten ihn am Nachmittag vor dem Oberstufenzentrum Kommunikation, Information und Medientechnik an der Osloer Straße. Osman A. wurde noch am Abend von den Ermittlern der Mordkommission vernommen.

Der 20 Jahre alte Jonny K. aus Berlin-Spandau war am 14 Oktober gegen vier Uhr morgens vor einem Café in der Rathausstraße am Alexanderplatz von mehreren Männern zu Boden geschlagen und anschließend getreten worden. Seine Kopfverletzungen waren so schwer, dass Ärzte einen Tag später die lebenserhaltenden Maschinen abschalten mussten.

Zeuge gab entscheidenden Tipp

Die Polizei, die wegen Mordes ermittelt, erhielt inzwischen mehr als 40 Hinweise zu den Tätern, die alle einen türkischen Hintergrund haben sollen. Offenbar wurden fast alle mutmaßlichen Schläger namentlich ermittelt. Ihr Aufenthaltsort ist zum Teil noch unklar. Die Polizei geht davon aus, dass sie sich alle in Berlin aufhalten.

Auf die Spur gekommen war die Polizei den Verdächtigen unter anderem durch die Aussage eines Zeugen, der die Täter aus dem nahe gelegenen Lokal Cancún kommen sah. Der Zeuge, der einige der jungen Männer kannte, meldete sich, weil die Staatsanwaltschaft zur Ergreifung der Täter 15.000 Euro Belohnung ausgesetzt hatte.

In akribischer Kleinarbeit werten die Ermittler noch immer zahlreiche Fotos aus, die während der Veranstaltung mit türkischen DJs im Cancún gemacht wurden. Viele der Gäste stellten die Bilder, die sie mit ihren Handys gemacht hatten, der Polizei zur Verfügung.

Nach der tödlichen Prügelattacke forderte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) eine Ausweitung der Videoüberwachung auf Straßen und Plätzen, an denen es auffällig viel Kriminalität gibt. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte nach der Festnahme: „Ich habe der Familie zugesichert, dass wir alles tun werden, um die brutalen Täter zur Rechenschaft zu ziehen.“

Am Sonntag kann die Öffentlichkeit in einer öffentlichen Trauerfeier Abschied von Jonny K. nehmen. Zunächst will sich die Familie des gebürtigen Thailänders im engsten Kreis verabschieden, sagte eine Schwester. Von 15 Uhr an sei auch die Öffentlichkeit in dem Haus der Begegnung im Fürstenbrunner Weg 10-12 in Westend zugelassen.

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