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Models Die schönen Schmugglerinnen

Eine ehemalige Schönheitskönigin soll hübsche junge Frauen als Drogenkuriere rekrutiert haben. Der Plan: Kein Zollbeamter würde die schönen Geschöpfe kontrollieren. Von Sebastian Gehrmann

31.03.2010 00:03
Sebastian Gehrmann
Weltweit gesucht: Angie Sanclemente Valencia Foto: AFP

Die Frau, nach der die argentinische Polizei mit Hochdruck und internationalem Haftbefehl fahndet, trägt operativ vergrößerte Brüste, eine korrigierte Nase und auf den meisten Bildern, die von ihr existieren, allenfalls Unterwäsche. Das macht die Suche nicht gerade einfacher. Andererseits ist die ehemalige Schönheitskönigin Angie Jeaneth Sanclemente Valencia, der Einfachheit halber von nun an Angie genannt, ein landesweit bekanntes Model. Da ist es, glauben die Behörden, nur eine Frage der Zeit, bis irgendjemand sie erkennt.

Sollte sich bewahrheiten, was Ermittler behaupten, dann ist Angie, 30, Kolumbianerin, der aufwendig geschminkte Kopf einer weltweit operierenden Drogenschmugglerbande, einer äußert attraktiven wohlgemerkt. Als Kokainkuriere soll Angie ausnahmslos hübsche junge Frauen rekrutiert haben, der Plan war der: Kein Zollbeamter würde die schönen Geschöpfe ob ihrer illegalen Ware verdächtigen, geschweige denn es wagen, sie zu kontrollieren, allenfalls in seiner Phantasie.

Und so gaben sich die Damen offensichtlich keine große Mühe, die Drogen aufwendig zu verbergen, wie ein Fahndungserfolg aus dem Dezember zeigte, der Angie mutmaßlich auffliegen ließ. Auf dem Weg in das mexikanische Cancun filzte die Polizei den Handkoffer einer 21-jährigen Schönheit, man fand, ohne lange suchen zu müssen, 55 Kilogramm Kokain. Weitere Komplizen wurden verhaftet, in den Verhören fiel Angies Name. Sicherheitskräfte stürmten daraufhin ein Hotelzimmer, in dem sich die Auftraggeberin aufgehalten haben soll. Aber die war bereits geflüchtet. So schreibt es der Miami Herald.

Vergangene Woche dann erreichte eine Nachricht von Angie den US-Sender CNN. Sie beteuert darin ihre Unschuld, spricht von falschen Verdächtigungen, Verleumdung, einer Rufmordkampagne. Auch der Anwalt der Gesuchten, ein Mann namens Guillermo Tiscornia, kontaktierte die Presse, forderte Beweise für die Vermutungen. Angie, sagte er, habe große Angst vor dem Gefängnis, eine schöne Frau sei dort nicht sicher, Vergewaltigungen an der Tagesordnung.

Nun wäre Angie nicht die erste, der die Masche mit den mobilen Models zum Verhängnis wird. Sie besitzt im internationalen Drogengeschäft seit Jahrzehnten eine gewisse Tradition. Schöne Frauen stehen auf den weltweiten Fahndungslisten regelmäßig weit oben, wenn es um Drogenschmuggel geht. Es gibt Sonderkommissionen der Drogenfahndung in den USA, Kolumbien oder Argentinien, die sich allein an die Fersen der Models heften. Mehrere Bücher beschäftigen sich mit dem Thema. Dass ein Model gleich einen Ring organisiert, wäre ein ganz besonderes Kapitel.

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