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Mobbing-Opfer Amanda Todd Anonymous will Amanda Todd rächen

Amanda Todd wird das Opfer böser Mobbing-Attacken - sie wird verspottet, bedroht und erpresst. Am 10. Oktober nimmt sich die 15-Jährige das Leben. Jetzt schaltet sich das Hacker-Netzwerk Anonymous ein und veröffentlicht pikante Details.

19.10.2012 13:38
Sabine Lorenz
Amanda Todd stellte ihre Leidensgeschichte auf Youtube. Foto: AFP

Amanda Todd wird das Opfer böser Mobbing-Attacken - sie wird verspottet, bedroht und erpresst. Am 10. Oktober nimmt sich die 15-Jährige das Leben. Jetzt schaltet sich das Hacker-Netzwerk Anonymous ein und veröffentlicht pikante Details.

Nach dem Selbstmord der 15-jährigen Amanda Todd hat das Hackernetzwerk Anonymous Name, Adresse und Onlineprofil eines Mannes veröffentlicht, der die junge Kanadierin erpresst haben soll. Dabei soll es sich um einen 32-jährigen aus der kanadischen Provinz British Columbia handeln. Laut einem Bericht der kanadischen Nachrichtenseite CBC News soll Anonymous auf den Mann gestoßen sein, weil dieser in Porno-Netzwerken aktiv gewesen sei und sich an andere junge Mädchen herangemacht hätte. Allerdings weist der Beschuldigte die Vorwürfe von sich: In einem Interview mit der Vancouver Sun soll der Beschuldigte zwar eingeräumt haben, er habe mit Amanda gechattet, sie jedoch nie bedroht oder erpresst. Vielmehr habe er dem Mädchen angeboten, ihren Erpresser für sie aufzuspüren.

Auch die kanadische Polizei, die in dem Fall Amanda Todd ermittelt, warnte vor einer zu schnellen Verbreitung von falschen Informationen. Ein großer Teil der Internet-Community hat sich seine Meinung aber längst gebildet. Mittlerweile hagelt es Morddrohungen gegen den Mann, unter anderem auf Facebook.

Amanda erzählt Leidensgeschichte auf Youtube

Die Geschichte um Amanda Todd hatte in Kanada eine Welle der Anteilnahme ausgelöst. Mehr als eine Million Facebook-User haben bisher die Gedenkseite des Mädchens angeklickt. Todd hatte sich am 10. Oktober das Leben genommen, nachdem sie vorher jahrelang über das Internet bedroht und bepöbelt wurde.

Auf einem Video auf Youtube beschreibt die 15-Jährige ihre Leidensgeschichte. Als 12-Jährige lernte sie demnach in einem Internetchat einen Mann kennen und ließ sich überreden, ihre Brüste vor der Webcam zu zeigen - ein Fehler, den sie bereuen sollte. Denn ein Jahr später begann der Mann, Amanda zu erpressen. Er wusste angeblich ihren Namen, ihre Adresse und weitere persönliche Daten von Amanda, drohte ihr, die Webcam-Aufnahmen zu veröffentlichen, wenn sie ihm nicht noch mehr Nacktfotos schickte. Als das Mädchen sich weigerte, stellte er die pikanten Bilder ins Netz.

"Trink Bleichmittel"

Die Fotos lösten Hohn und Spott aus. Mehrmals wechselte Amanda die Schule, zog sogar in eine andere Stadt, doch das Mobbing hörte nicht auf. "Die Leute posteten Bilder von Bleichmittel und rieten mir, es zu trinken", schreibt Amanda Todd in dem Youtube-Video. Sie begann, Drogen zu nehmen und Alkohol zu trinken, kam in Behandlung, schluckte sogar Anti-Depressiva. Es folgten mehrere Selbstmordversuche, einmal soll sie Bleiche getrunken, einmal eine Überdosis Tabletten genommen haben.

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