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Mexiko Hunderte Morde für ein Kartell

Der mexikanischen Polizei ist einer der meistgesuchten Killer im Sold der Drogenkartelle ins Netz gegangen. Der ehemalige Marinesoldat soll für den Tod von mehr als 900 Menschen verantwortlich sein.

36 Jahre alt, mutmaßlich verantwortlich für 900 Morde: Oscar Garcia. Foto: dapd

Óscar García Montoya wurde am Donnerstag (Ortszeit) in Mexiko-Stadt festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Er war Anführer einer Bande mit dem Namen „Mano con Ojos“ (Hand mit Augen), die mehr als 900 Verbrechen für das Beltrán-Leyva-Kartell ausgeführt und auch auf eigene Rechnung getötet haben soll. García hat eigenen Angaben zufolge 300 Morde selbst verübt, weitere 600 Verbrechen hätten seine Schergen begangen. Die Bande war in der Hauptstadt vor allem für die Überwachung der Klein-Dealer des Kartells zuständig. Wenn ein Drogenverkäufer die Seiten wechselte oder aussteigen wollte, enthaupteten ihn die Killer der Bande. Auf Garcías Festnahme war eine Belohnung von 300000 Euro ausgesetzt.

Der frühere Elite-Soldat und Polizist ist 36 Jahre alt. Er sei einer der „meistgesuchten Killer des Landes“, sagte Staatsanwalt Alfredo Castillo. Seine Festnahme ist bereits der zweite Schlag gegen eine Bande von Pistoleros in kurzer Zeit. Anfang des Monats war den Sicherheitskräften José Antonio Acosta ins Netz gegangen. Er war Chef mehrerer Todesschwadronen in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez und hatte nach seiner Festnahme 1500 Morde gestanden. Auch Acosta war früher Polizist.

García, der auf den Spitznamen „El Compayito“ (der kleine Kumpel) hört, arbeitete seit 2002 für das Beltrán-Leyva-Kartell und verdingte sich als Leibwächter des Drogenbosses Edgar Valdéz, der vergangenes Jahr festgenommen wurde. Anschließend begann García mit seiner Bande, zunehmend selbst das Drogengeschäft in die Hand zu nehmen. Ihr Operationsgebiet sind die stark bevölkerten und armen Randgebiete der mexikanischen Hauptstadt. Nach seiner Festnahme sagte García, er habe dieses Wochenende sechs seiner eigenen Leute enthaupten wollen, weil sie aus der Bande aussteigen wollten. Die Taten wollte er auf Video aufzeichnen, um sie dann den mexikanischen Medien zuzuspielen.

García erhielt seine Ausbildung bei den „Kaibiles“, einer Sondereinheit der guatemaltekischen Armee, die berüchtigt war für Massaker im Bürgerkrieg des zentralamerikanischen Landes. Hier sei er „speziell aufs Töten abgerichtet worden“, ergänzte Staatsanwalt Castillo nach der Festnahme. Später sei García aus der Armee desertiert und habe in seinem Heimatstaat Sinaloa in Nord-Mexiko als Gemeindepolizist gearbeitet, bevor er als Leibwächter von Drogenbossen anfing.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind in den vergangenen knapp fünf Jahren mehr als 40000 Menschen getötet worden. Mittlerweile befinden sich auch große Städte wie die Vier-Millionen-Metropole Monterrey in den Fängen der Kartelle. In der Stadt im Norden Mexikos, die als wirtschaftliches Herz des Landes gilt, sterben jeden Tag bis zu zehn Menschen. Hier streiten das Golf-Kartell und die paramilitärische Gruppe der „Zetas“ um Routen und Reviere für Rauschgift und alle Arten von Schmuggelwaren.

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