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Lügenmuseum April, April!

Am 1. April wird gescherzt und geschummelt, dass sich die Balken biegen. Bernhard Honnigfort hat sich im Lügenmuseum in Sachsen umgesehen.

Lügenmuseum
Nicht nur am 1. April einen Besuch wert: Ein klapperndes und ratterndes Universum aus kleinen Maschinen und Installationen. Foto: André Wirsig

Nun will der Lügenmuseumsdirektor, wenn er denn einer ist, vor Gericht klagen. Und womöglich hätte er gar keine schlechten Chancen, denn ein Zimmer seines herrlichen Was-auch-immers widmet sich ausdrücklich und sehr ernsthaft und gleichzeitig ironisch der Untergrund-Kunstszene zu DDR-Zeiten. Etwas das all die anderen DDR-Museen in Ostdeutschland mit ihren Stasi-Sachen und realsozialistischem Alltagskram garantiert nicht aufweisen können. Und Radebeul schon gar nicht mehr: Das dortige DDR-Museum ging in Insolvenz und zog nach Dresden weiter.

Wer weiß. „Es gibt Lügen, da hört der Spaß auf“, steht auf einer Tafel am Museumseingang. Das gilt wahrscheinlich für Zabkas Ärger mit der Kulturbürokratie. „Es gibt Lügen, da fängt der Spaß an“, steht genau darunter. Für das Museum, das keines sein darf, stimmt das auf jeden Fall. Und was sagt das Serkowitzer Orakel, die kluge Holzscheibe zu der sächsischen Provinzposse? Eine Drehung, leises Rattern, Stillstand: „Wir brauchen die Kunst, damit die Wahrheit uns nicht zugrunde richtet.“

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