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Lübeck Richter erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen Messerangreifer

8. UpdateNach der Gewalttat eines 34 Jahre alten Mannes in einem Lübecker Linienbus soll am Samstag voraussichtlich Haftbefehl erlassen werden. Das Motiv des Täters gibt noch immer Rätsel auf.

20.07.2018 15:19
Gewalttat in Linienbus in Lübeck
Der Bus steht am Straßenrand; Einsatzkräfte kümmern sich um Verletzte. Foto: dpa

Der mutmaßliche Messerangreifer von Lübeck sitzt nun in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter am Lübecker Amtsgericht erließ am Samstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den 34-Jährigen. Außerdem werden ihm gefährliche Körperverletzung, Körperverletzung und versuchte besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Nachmittag mit. Der Beschuldigte schweigt nach Justizangaben weiterhin zu seinen Motiven. 

Lübeck-Bus war auf dem Weg nach Travemünde

Staatsanwaltschaft und Polizei rätseln noch immer über sein Motiv. Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es „eindeutig keinen terroristischen Hintergrund, weder in seiner Person noch in dem bislang recherchierten Umfeld“, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote. Der CDU-Politiker und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) waren nur wenige Stunden nach der Gewalttat am Freitagmittag in den Lübecker Stadtteil Kücknitz geeilt.

Am Wochenende sollen auch die Zeugen der Tat weiter vernommen werden. Fünf der zehn Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei von ihnen sind schwer verletzt, wie Oberstaatsanwältin Ulla Hingst sagte. Ein Opfer wurde demnach durch Messerstiche schwer verletzt. Der Täter habe ein Küchenmesser genutzt. In seinem Rucksack fanden Experten Brandbeschleuniger, aber „keine weiteren Sprengmittel oder Ähnliches“, sagte Hingst. Die Polizei sucht auch noch Fahrgäste, die nach dem Vorfall den Tatort verlassen haben.

Nach Schätzung des Busfahrers waren zur fraglichen Zeit etwa 70 Menschen im Bus auf dem Weg nach Travemünde, wo am Abend die Travemünder Woche eröffnet wurde. Bei der Segelveranstaltung war erhöhte Polizeipräsenz deutlich sichtbar. „Es gibt aber keine konkreten Hinweise auf eine veränderte Sicherheitslage“, sagte Grote. Dennoch gebe es eine Verunsicherung. Im Zusammenhang mit einem so großen Fest dürfe es keinen Raum für Spekulationen geben.

Attacke im Linienbus

Die Gewalttat hatte sich am Freitag gegen 13.47 Uhr im Lübecker Stadtteil Kücknitz in einem Linienbus auf dem Weg nach Travemünde ereignet, wo am Abend die Travemünder Woche eröffnet wurde. Bei der Segelveranstaltung war deutlich sichtbar mehr Polizeipräsenz. „Es gibt aber keine konkreten Hinweise auf eine veränderte Sicherheitslage“, sagte Grote.

Fünf der zehn Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei davon sind schwer verletzt, einer von ihnen durch Messerstiche, wie Oberstaatsanwältin Hingst sagte. Bei den anderen beiden sei der Grund der Verletzungen noch unbekannt, sagte Hingst. Der Täter habe ein Küchenmesser benutzt.

Nach Einschätzung von Grote haben eine zufällig in der Nähe gewesene Streifenwagen-Besatzung und vor allem das schnelle Handeln des Busfahrers Schlimmeres verhindert. Der Busfahrer habe „schnell und couragiert gehandelt“, sagte Grote. „Dem gebührt ein großer Dank.“ Der Busfahrer wurde durch einen Faustschlag des Tatverdächtigen verletzt.

Laut Grote hatte der Fahrer im Rückspiegel Qualm bemerkt, den Bus gestoppt und alle Türen geöffnet. Anschließend soll der mutmaßliche Täter nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben. Unklar ist noch, ob er das im Bus oder erst draußen tat. Der Fahrer sei zu dem Tatverdächtigen geeilt und von diesem geschlagen worden, sagte Grote. „Dann hat es ein Handgemenge gegeben.“

Etwa 70 Fahrgäste an Bord

In dem Rucksack des Mannes fanden Experten Brandbeschleuniger, aber „keine weiteren Sprengmittel oder Ähnliches“, sagte Hingst. Die Ermittler rätseln über die Motive des Mannes. Erkenntnisse erhoffen sie sich von den vielen Zeugen der Tat. Nach Schätzung des Busfahrers waren zur fraglichen Zeit etwa 70 Menschen im Bus.

Mit Blick auf die Travemünder Woche, die nur wenige Kilometer entfernt am Abend begann, sprach Grote von Verunsicherung. Im Zusammenhang mit einem so großen Fest dürften keine Spekulationen offen bleiben. „Mir ist allerdings auch mitgeteilt worden, dass man keinerlei Bedenken hat, was die Durchführung der Travemünder Woche angeht“, sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). (dpa)

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