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Steffen Henssler Durchquatschen vor vollen Töpfen

Steffen Henssler: Der Weltrekordhalter im Ravioli-Falten greift nach dem nächsten Rekord. Und zwar in der Frankfurter Festhalle.

Steffen Henssler
Ihn langweilt das „Gelaber“, dass es zu viele Kochshows im TV gebe: Steffen Henssler. Foto: Philipp Rathmer

Hätte Steffen Henssler auf die Berufsberatung gehört, wäre er Tankwart oder Forstgehilfe geworden. „Ich war ein mittelmäßiger Schüler. Aber Forstgehilfe und Tankwart entsprachen nun gar nicht meiner Vorstellung“, erzählt der 45-Jährige und lacht.

Im 15-Minuten-Takt gibt er an diesem Tag Interviews am Telefon: Einem Millionen Publikum bekannt geworden ist er als TV-Koch, und spätestens durch seine Vox-Sendung „Grill den Henssler“. Dort wo er auch schon mal in knallroten High Heels oder auch mal nur mit einem Arm zum Kochduell antrat.

Vergangenes Jahr beendete er im Juni die Erfolgssendung nach vier Jahren. Nur um im September des gleichen Jahres „Schlag den Henssler“, also die Nachfolge der großen Samstagabend-Wettkampfshow von Stefan Raab („Schlag den Raab“), bei ProSieben anzutreten. Außerdem hat der Sushi-Chef drei Restaurants und eine Kochschule in Hamburg. Und ach ja, er tourt gerade durch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit seiner Live-Kochshow „Henssler tischt auf“.

Beim Finale am 12. Mai möchte er in der Frankfurter Festhalle den Zuschauerrekord für eine Kochshow aufstellen. Mindestens 5000 Menschen müssen sich dazu ein Ticket kaufen. „Die Idee entstand, weil ich schon oft als ‚Der Mario Barth der Fernsehköche‘ bezeichnet wurde.“ Es wäre bereits Hensslers dritter Guinnessbuch-Weltrekord. Bei seinem ersten gelang es ihm im April 2013 Englands Starkoch Jamie Oliver zu übertrumpfen: Da hackte er mehr Chili-Schoten in 30 Sekunden als der Engländer. Im gleichen Jahr schaffte Henssler auch den Weltrekord im Ravioli-Falten. „Diesmal kann ich nicht trainieren, aber ich verspreche, so gut zu performen, dass die Leute sagen: „Ich habe Bock das zu sehen“, sagt Henssler.

Und so wird er nicht allein kochen und quatschen, es wird auch der Frankfurter Rockmusiker Daniel Wirtz („Die fünfte Dimension“), dabei sein. Ebenfalls als Gäste stehen Sternekoch Frank Rosin („Topfgeldjäger“, „Rosins Restaurants“) sowie Detlef Steves, Steffen Hensslers Dauerrivale aus „Grill den Henssler“ auf der Bühne.

Entertainer spät entdeckt

Steffen Henssler wird selbst nicht singen, sagt er. Dabei kann er zumindest ganz gut den Udo-Lindenberg-Sprech imitieren wie er mal bei der NDR-Kneipen-Talkshow „Inas Nacht“ bewies. „Bei der Kochshow wird es andere Überraschungen geben. Es gibt Konfetti, Live-Musik, es wird gekocht und ich erzähle Geschichten aus meinem gastronomischen Leben.“

Dass ein Entertainer in ihm steckt, war nicht immer schon erkennbar. „Es ist jetzt nicht so, dass ehemalige Schulfreunde sagen: ‚Das ist klar, dass er beim Fernsehen gelandet ist. Er war schon damals so ein lustiger Vogel‘“, erzählt Henssler. „Dieses Talent ist erst durch die Kamera gefördert worden und überhaupt erst rausgekommen.“ Und da war er bereits Anfang 30.

TV-Koch Rainer Sass lud ihn im Jahr 2005 in seine NDR-Kochshow ein. Kurz danach fragte ihn der NDR, ob Henssler sich was Eigenes vorstellen könnte. Bei „Hensslers Küche“ (2006) präsentierte er Rezepte aus der kalifornischen Küche. Vier Jahre später wechselte er zum ZDF, machte dort drei Jahre lang täglich die Show „Topfgeldjäger“, eine Kochsendung mit Quiz. Da bewies er bereits, dass er allein, wenn denn nötig 45 Minuten durchquatschen kann.

In seinen Shows und Interviews betont er immer gerne, wie sehr er es genießt, Mann zu sein: Er haut Sätze raus wie: „Ein echter Mann trägt kein Parfum.“ Und „der Henssler“ geht und fährt gerne schnell durchs Leben. So musste er schon in der Vergangenheit zum sogenannten Idiotentest antreten. Das sei aber jetzt vorbei. „Mittlerweile bin ich ein entspannter Fahrer.“

Und was ist mit seinem Wettkampfsau-Temperament, das schon sehr an das von Stefan Raab heranreicht? War das schon immer da – und stellte er Bastelrekorde im Kindergarten auf? „Es steckte schon immer ein sportlicher Ehrgeiz in mir, der schnell geweckt war, wenn es jemanden gab, der mich herausforderte. Und klar, immer wenn Wettkämpfe waren, habe ich versucht, diese auch zu gewinnen. Das war aber nie etwas, das man als krankhaften Ehrgeiz bezeichnen könnte.“

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