Lade Inhalte...

Klaus Kinski Missbrauchsvorwürfe Hat Kinskis Stern nun ausgestrahlt?

Klaus Kinskis Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin sorgt nach den Vergewaltigungsvorwürfen seiner Tochter Pola für Probleme.

12.01.2013 16:49
Laura Miess
Der Schauspieler auf der Höhe seines Ruhms. Foto: AFP

Klaus Kinskis Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin sorgt nach den Vergewaltigungsvorwürfen seiner Tochter Pola für Probleme.

Klaus Kinskis Stern auf dem Boulevard der Stars am Potsdamer Platz sieht matt und grau aus. Er strahlt nicht in aufpoliertem Gold wie die seiner Nachbarn Angelica Domröse oder Karl Valentin. Es wirkt sinnbildlich für die Vorwürfe gegen den verstorbenen Filmstar – eine seiner Töchter bezichtigt ihn des jahrelangen Missbrauchs.

Pola Kinski, heute 60 Jahre alt, bringt ihren ohnehin umstrittenen und als schweren Exzentriker bekannten Vater, den 1991 verstorbenen deutschen Schauspieler Klaus Kinski, zurück in die Diskussion. Dem Magazin Stern sagte sie, er habe sie 14 Jahre lang sexuell misshandelt. Über diese Zeit hat Pola Kinski in ihrem Buch „Kindermund“ geschrieben, das in Kürze erscheinen wird.

Die Vorwürfe sind längst am Boulevard der Stars am Potsdamer Platz angekommen. Kinski hat an diesem Ort, wo besonders bedeutende Film- und Fernsehschaffende geehrt werden, seinen eigenen Stern. Wird dieser nun entfernt oder darf er bleiben?

Erstmal abwarten

Verwaltet wird der Boulevard der Stars von der gleichnamigen gemeinnützigen GmbH. Für die Vergabe der Sterne ist aber eine unabhängige Experten-Jury verantwortlich. „Wir werden gemeinsam darüber beraten“, sagt Jury-Mitglied Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts. Georgia Tornow, Geschäftsführerin der GmbH, erklärt, dass dieses Thema schwierig sei und eine sorgfältige Debatte erfordere, der sich die Jury stellen werde.

Jurymitglied Alfred Holighaus von der Deutschen Filmakademie wird da schon deutlicher und sagt, wenn die Berichte stimmen, würde er sich über Kinskis Stern übergeben.

Noch ist völlig unklar, ob vor dem nächsten routinemäßigen Sitzungstermin im April irgendetwas in der Sache unternommen wird. Detlef Müller, Gründungsgesellschafter des Boulevard der Stars, sagt, dass bei der Gründung nicht über eine Regelung zur Aberkennung eines Sterns nachgedacht worden sei. Deshalb finde sich dazu auch nichts in der Satzung. Ob ein Star, gegen den so schwerwiegende Vorwürfe erhoben werden, einen Ehren-Stern haben darf, daran scheiden sich im Moment auch bei den Boulevard-Besuchern die Geister.

„Erstmal abwarten, was draus wird. Wenn sich die Vorwürfe aber tatsächlich bewahrheiten sollten, muss der Stern entfernt werden“, findet der Berliner Martin Graue.

Nicht so zögerlich gibt sich der 19-jährige Schweizer Evan Stegmüller: „Der Stern sollte lieber gleich weg.“ Gerhard Nix aus Frankfurt hingegen sagt, der Stern ehre lediglich Kinskis künstlerisches Engagement und daher solle er bleiben. Recht geben ihm Besucher aus Kiel, die den Zeitpunkt des Auftauchens der Vorwürfe für auffällig befinden. Gerade jetzt, da Pola Kinski ihr Buch herausbringen wird, gehe sie nach etwa 40 Jahren des Schweigens an die Öffentlichkeit.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum