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Ise Bosch Eine ausgestreckte Hand für Bosch-Erbin

Gerade hat Ise Bosch ein Buch veröffentlicht – jetzt erhielt die Philanthropin den Deutschen Stifterinnenpreis.

Tag gegen Homophobie
Ise Bosch setzt schon lange Jahre ihre Energie und ihr Vermögen ein, um weltweit die soziale Bewegung von Lesben, Schwulen, bisexuellen, queeren, trans- und intersexuellen Menschen zu stärken. Foto: dpa

„Ich empfinde den Preis als eine ausgestreckte Hand,“ sagte Ise Bosch, die Enkelin des legendären Industriemagnaten Robert Bosch, als ihr am Mittwoch in Nürnberg der Deutsche Stifterinnenpreis verliehen wurde.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen würdigt damit die Spendenaktivistin für ihren langjährigen Einsatz für Menschenrechte, die Verbesserung der Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen und zum Schutz sexueller Minderheiten. „Heute setzen wir ein deutliches Signal – mit der Verleihung des Stifterinnenpreises an Ise Bosch. An eine Philanthropin im wahren Sinne des Wortes: an eine Menschenfreundin, der es um Veränderung für Menschen geht“, so die Schauspielerin Gudrun Landgrebe in ihrer Laudatio.

Aufgewachsen in einer wohlhabenden Industriellenfamilie, setzt Ise Bosch schon seit den 90er Jahren ihre Energie und ihr Vermögen ein, um mit ihrer Organisation Dreilinden weltweit die soziale Bewegung von Lesben, Schwulen, bisexuellen, queeren, trans- und intersexuellen Menschen zu stärken. Mit ihrer Stiftung Filia fördert sie Mädchen- und Frauenprojekte. „Als reiche Frau im Norden ist es für mich am wichtigsten Solidarität zu zeigen,“ sagte Ise Bosch im Gespräch mit der FR. Bosch hilft unbürokratisch und vertrauensvoll, um den in vielen Ländern verfolgten sexuellen Minderheiten Sicherheit zu geben.

„Viele Minderheiten werden diskriminiert, und im Allgemeinen gilt, dass das nicht ok ist. Das Recht von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten, ganz normal so zu leben wie andere auch, wird hingegen immer wieder infrage gestellt. An den meisten Orten der Welt heißt das: offener Hass, Dauerstress, Menschenjagd“, so Bosch. Gerade hat Ise Bosch das Buch „Geben mit Vertrauen“ veröffentlicht, in dem sie und ihre Mitautoren Justus Eisfeld und Claudia Bollwinkel beschreiben, wie Philanthropie transformiert werden kann. „Wir brauchen die Lösungen von Communities“, sagt Bosch: „Ich versuche nicht für andere zu entscheiden.“

Angesichts weltweit erstarkender nationalistischer Strömungen, die versuchen ihre Macht auch auf die Diffamierung von Minderheiten aufzubauen, wird es immer wichtiger, die Menschenrechte effektiv zu stärken. Deshalb hat Ise Bosch Anteile am großväterlichen Unternehmen verkauft, um fortan ihren eigenen philanthropischen Weg zu gehen.

„Ihre Spenden haben eine wahnsinnig große Hebelwirkung,“ sagt Mitstreiter Justus Eisfeld im FR-Interview. Zur Preisverleihung in Nürnberg kamen, sichtlich stolz, alle fünf Geschwister von Ise Bosch und deren über 90 Jahre alte Mutter.

Die Jazz-Musikerin und Aktivistin wünscht sich, dass die Verschiedenheit der Menschen in ihren sexuellen Vorlieben als eine Bereicherung gesehen wird. „Es lohnt sich nicht, sich darüber aufzuregen“, sagt sie.

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