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Christian und Bettina Wulff Die Wulffs trennen sich

Vor knapp einem Jahr musste er als Bundespräsident zurücktreten, jetzt ist auch seine Ehe zu Ende: Christian Wulff, so berichtet die Bild-Zeitung, und seine Frau Bettina trennen sich nach sechs Jahren.

07.01.2013 11:53
Bettina Vestring
Die Wulffs gehen künftig getrennte Wege. Foto: dpa

An Heiligabend waren sie noch einmal zusammen einkaufen. Ein Foto in der Bild-Zeitung zeigt den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, schwarzer Mantel und schwarzer Schal, und seine Frau Bettina, brauner Mantel und beiger Schal, an der Kasse im Supermarkt von Großburgwedel. "Das letzte gemeinsame Foto", haben die Redakteure das Bild betitelt.

Denn heute früh haben Christian und Bettina Wulff bei einem Rechtsanwalt in Hannover eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet. Dessen Erklärung fiel dürftig aus. „Bettina und Christian Wulff haben sich am Wochenende einvernehmlich räumlich getrennt, nehmen ihre Verantwortung für ihren Sohn gemeinsam wahr und werden keine weiteren Erklärungen zu ihrer privaten Situation abgeben", teilte Gernot Lehr mit.

Woran die Beziehung der Wulffs zerbrochen ist, weiß man also nicht. Es geht die Öffentlichkeit eigentlich auch nichts an. Und doch erinnert man sich daran, wie öffentlich gerade dieses Paar seine Liebe und seine Krisen gefeiert hat. Wie sich die beiden - da war Wulff noch Ministerpräsident von Niedersachsen - kennenlernten, verliebten und heirateten. Wie sie sich dann im Schloss Bellevue als modernes Ehepaar präsentierten. Wie Christian Wulff bei seiner letzten Reise als Bundespräsident im Februar 2012 seine Frau auf dem Rollfeld des Mailänder Flughafens küsste.

Extreme Probe

Fast genauso öffentlich durchlebte das Ehepaar seine Krisen. Das fing schon am Tag des Rücktritts an, als sich Bettina Wulff einen deutlichen Schritt entfernt von ihrem Mann aufstellte, um dessen Rücktrittserklärung anzuhören. In ihrer unseligen Autobiografie schrieb sie später dazu, sie habe zeigen wollen, dass sie eine eigenständige, selbstständige Frau sei. Wer wollte, konnte in dem Buch noch viel mehr über die Eheprobleme der beiden erfahren, und auch darüber, dass sie psychologischen Rat in Anspruch nahmen.

Genutzt hat es offenbar nicht; den Belastungen durch das schimpfliche Ausscheiden aus dem Amt, den andauernden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Debatte über Wulffs Pensionsansprüche war die Beziehung der beiden offenbar nicht gewachsen. "Staatsanwälte, Hausdurchsuchung, Ermittlungen - das stellt jede Beziehung auf eine extreme Probe", zitiert die Bildzeitung einen CDU-Politiker. Es gebe Beziehungen, die in einer solchen Situation zusammengeschweißt würden, andere Paare wiederum würden sich darüber auseinanderleben.

Mietwohnung in Hannover

Aus dem Haus in Großburgwedel, dessen Finanzierung einen so wesentlichen Anstoß zu Wulffs Rücktritt geliefert hatte, ist der ehemalige Bundespräsident offenbar inzwischen ausgezogen. Seit dem vergangenen Wochenende wohne der 53-Jährige in einer Mietwohnung in Hannover. Bettina Wulff (39) wolle aber mit dem gemeinsamen Sohn, der jetzt vier Jahre alt ist, in Großburgwedel bleiben.

Interessant übrigens, wer in der Bild-Zeitung für den Bericht verantwortlich zeichnete: Es ist Kai Diekmann, der Chefredakteur der Zeitung. Er war es, auf dessen Mailbox Wulff im Dezember 2011 eine wütende Nachricht hinterließ, um die Veröffentlichung eines Berichts über den Hauskredit zu verhindern.

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