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Was soll das? Nichts zu lachen?

In den 1950er Jahren hatten die Deutschen mehr Spaß. Aber ein besonderer Feiertag verspricht Abhilfe.

Lachen
Kicher dich glücklich! Foto: rtr

Die Lage ist ernst: Laut einer aktuellen Umfrage der Schwenninger Krankenkasse lachen 29 Prozent der Deutschen weniger als fünf Mal am Tag. Jeder Dritte gibt sogar an, nur selten die Gelegenheit dazu zu haben. Und das, obwohl 92 Prozent der Befragten sagen, dass Lachen guttut und entspannt. Das bestätigt auch die Wissenschaft, die dem Lachen sogar eine eigene Disziplin widmet. Die Gelotologie untersucht seine körperlichen und psychischen Auswirkungen. Dabei handelt es sich um eine äußerst komplexe Angelegenheit. Forscher unterscheiden 18 verschiedene Arten von Lächeln. Die Gründe für das Verziehen der Mundwinkel nach oben sind vielfältig. Die Bandbreite reicht vom aggressiv-hämischen Auslachen bis hin zum sexuell erregten Kichern. Aber nur eine Form des Lachens spiegelt ein unverstelltes und spontanes Vergnügen wider. Und ausgerechnet daran scheint es der Mehrheit der Deutschen zu mangeln – sofern man eingangs erwähnter Umfrage Glauben schenken darf.

Da dieser Mangel offenkundig auch in anderen Teilen der Welt herrscht, hat Madan Kataria 1998 den Weltlachtag ins Leben gerufen. Der Arzt aus Mumbai ist eine Art Experte für Fröhlichkeit und hat auch das Lachyoga erfunden.

Dabei werden die typischen Geräusche wie „haha“ und „hihi“ aus dem Nichts heraus so lange imitiert, bis sich endlich das echte ungehemmte Lachen Bahn bricht. Das verabredete Lachen, zu dem sich anfangs gerade mal eine Handvoll Menschen in einem öffentlichen Park traf, hat sich in kürzester Zeit weltweit verbreitet. Das ist kaum verwunderlich, denn sich dem bedingungslosen Gelächter zu verschreiben, ist sicher nicht das schlechteste Ziel im Leben. Das Feiern des Weltlachtags, so der schöne Gedanke des Kichergurus Kataria, soll Gesundheit, Glück und den Weltfrieden im globalen Bewusstsein verankern. Wenn dieser „Feiertag“ am kommenden Sonntag auch in Deutschland zelebriert wird, ist die Gelegenheit also günstig, die tägliche Lachbilanz zu steigern.

Was am Anfang für rationale Westler befremdlich erscheinen mag – sich aus dem Nichts vor Lachen zu schütteln –, lohnt auf alle Fälle einen Versuch. Gesundheitsexpertin Tanja Katrin Hantke sagt: „Menschen, die viel lachen, sind optimistischer und werden mit den Belastungen des Alltags besser fertig.“ Noch in den 1950er Jahren, weiß die Schwenninger Krankenkasse, haben die Deutschen dreimal so häufig gelacht wie heute. Das muss sich ändern! Und wenn es mal wieder so gar nichts zu lachen gibt, hilft ein Rat von Doktor Kataria: „Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen!“

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