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Trudeau und Macron Justin und Manu

Instagram-Account dichtet Justin Trudeau und Emmanuel Macron eine Romanze an.

Justin Trudeau und Emmanuel Macron
Justin Trudeau (rechts) und Emmanuel Macron: Wahre Liebe auf Sizilien. Foto: rtr

Ex-US-Präsident Obama und sein Vize Joe Biden hatten auf jeden Fall eine, da waren sich alle einig. Und die „Washington Post“ sagte selbst Berlusconi und Putin eine nach: Längst spielt der Begriff „Bromance“ zumindest in der flapsigeren Berichterstattung über die Weltpolitik eine Rolle.

Das Kofferwort aus „Brother“ und „Romance“ umschreibt eine nicht sexuelle, aber doch innige Beziehung zwischen zwei Männern. Ein verschmitztes Lächeln hier, ein sanfter Schulterklopfer dort – es sind die kleinen Gesten, die die Fantasie anregen. Zwei, die dieser Tage zu besonders kuriosen Spekulationen inspirieren, sind Justin Trudeau und Emmanuel Macron.

Angefangen hat alles beim G7-Gipfel Ende Mai: Auf Sizilien standen sich Kanadas Premierminister und Frankreichs neuer Staatspräsident das erste Mal gegenüber. Sympathien wurden nicht nur sichtbar: „Die französisch-kanadische Freundschaft hat ein neues Gesicht“, twitterte Macron im Anschluss an das Kennenlernen, „Ich freue mich auf weitere Gespräche, mon ami“, entgegnete Trudeau auf dem Kurznachrichtendienst. Da war es um den Rest der Welt geschehen: Schnell glaubte man im Internet das neue Traumpaar der internationalen Politikszene gefunden. Die Bilder der beiden, vor malerischer Mittelmeerkulisse ins Gespräch vertieft, wurden online als „Hochzeitsfotos“ gefeiert.

Eigener Account für Trudeau und Macron

Ein eigener Instagram-Account zum Thema ließ auch nicht lange auf sich warten: Mit 190 Abonnenten ist @macrontrudeauship noch ein echter Geheimtipp, die Zahl der Fans wächst aber täglich. Denn wer auch immer hinter dem Profil steckt, eines hat der anonyme Nutzer in jedem Fall: eine blühende Fantasie. Jedes Foto Macrons und Trudeaus wird auf kleinste Gesten untersucht. Aus einem fragenden Blick Macrons in Richtung Trudeau wird „Emmanuel kann seine Augen nicht von Justin wenden“, als der Franzose an der Küste von Taormina in die Ferne deutet, und der Kanadier näherrückt, heißt es „Trudeau sucht verzweifelt die Nähe von Emmanuel“.

Vom neuen „Power Couple“, das selbst den erheblichen Größenunterschied überwindet, wird geschrieben, der G20-Gipfel in Hamburg als heiß ersehntes nächstes Date deklariert. Doch in der unterhaltsamen Fotolovestory ist nicht nur eitel Sonnenschein: Justin hat mit Eifersucht zu kämpfen. Die offene Art von seinem Emmanuel stößt dem Kanadier auf. Als „Manu“, so der neue Spitzname, in Hamburg die anderen Staatsmänner begrüßt, kochen die Emotionen hoch: „Der eifersüchtige Justin ist so witzig und herzzerreißend zugleich“, deutet @macrontrudeauship Justins ernste Miene.

So weit, so gut, so amüsant. Schade aber, dass der Instagram-Nutzer in manchen Posts die Grenze des guten Geschmacks überschreitet: Einige Bildunterschriften sind nichts für schwache Nerven. Wer darüber hinweglesen kann, dem sind jedoch einige erheiternde Momente sicher. Denn als Kuppelmutter spielt auch Merkel eine tragende Rolle in der digitalen Schmierenkomödie: Auf einem Foto schaut Macron die Kanzlerin verträumt an. „Er hat mich angelächelt, Mama“, steht darüber, „Ich schwöre bei Gott, er hat mich angelächelt.“

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