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Klimawandel Großstädte müssen sich der Hitze anpassen

Starkregen, Überschwemmungen, Hitzeperioden: Wie können Großstadtviertel besser auf Extremwetter vorbereitet werden? Forscher stellen die Ergebnisse ihres Klima-Projekts vor.

BurEau Baubotanik
Schattiges Plätzchen: In einem Hinterhof soll, wie in dieser Bildmontage, ein beranktes Sonnensegel aus Metall entstehen. Foto: BurEau Baubotanik

Sehr heiß sei es gewesen, hätten sie berichtet, man könne sich schlecht konzentrieren, und viele Menschen fänden in heißen Nächten kaum Schlaf. Wiesemann hat daraus Schlüsse für ihr Projekt gezogen: „Es bringt nichts, abstrakt über Klimaanpassung zu sprechen. Man muss ganz konkrete Dinge benennen.“ Über Bäume als Schattenspender zum Beispiel, über begrünte Fassaden, die die Luft filtern und Sauerstoff spenden, über Nachbarschaftsgärten, die versiegelte Flächen ersetzen können.

Eine ganze Reihe Ideen sind in dem KiezKlima-Projekt gesammelt, einige davon bereits umgesetzt worden. So wurden in einem der Innenhöfe der Wohnblöcke der kooperierenden Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo Hochbeete aufgebaut, in denen Mieter Gemüse und Gartenkräuter anbauen. Zusammen mit dem Quartiersmanagement wurde dazu ein eigenes Projekt „BrunnenGärten – Grünräume nachbarschaftlich stärken“ aufgelegt, das von einem eigenen Träger, der „Gruppe F Landschaftsgärten“, betreut wird.

Bäume können helfen

Außerdem konnte Wiesemann Geschäfte im Viertel dafür gewinnen, ein Netz von Trinkstationen aufzubauen, an denen man kostenlos ein kaltes Glas Wasser bekommen kann. Und seit Anfang des Sommers gibt es einen öffentlichen Trinkbrunnen auf dem Vinetaplatz mitten im Quartier, ein zweiter steht am Bahnhof Gesundbrunnen.

Daneben haben erste Umbauten begonnen, mit denen das Klima im Kiez heruntergekühlt werden soll. In einem der Innenhöfe wurden bereits kleinere Maßnahmen umgesetzt, doch bald geht es an das erste größere Projekt: In einem anderen Hof, der von Kindern viel genutzt wird, sich im Sommer aber sehr aufheizt, soll ein großes, beranktes Sonnensegel aus Metall entstehen, das Schatten spendet. 

Außerdem sollen dort trockenheitsresistente Bäume nachgepflanzt werden. Dabei hilft die Begrünung von Höfen, Straßen Dächern und Fassaden sowie die Entsiegelung von Böden übrigens auch gegen die zunehmenden Starkregen-Ereignisse. „Das Wasser wird besser zurückgehalten, es fließt nicht so schnell in Straßen und Kanalisation ab“, erläutert Wiesemann. Das helfe dann auch wieder in Hitzeperioden, weil die Verdunstung dann für Abkühlung sorgt. Es gibt sogar schon einen Fachbegriff dafür: die „Schwammstadt“.

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