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Kleintransporter-Attacke Opfer der Amokfahrt in Münster identifiziert

2. UpdateBei den in Münster durch einen Kleintransporter Getöteten handelt es sich laut Polizei um eine 51-Jährige aus dem Kreis Lüneburg und einen 65-Jährigen aus dem Kreis Borken.

07.04.2018 22:31
Amokfahrt in Münster
Der Täter war mit dem auf dem Bild zu sehenden Kleinbus in eine Menschenmenge gerast. Foto: David Young (dpa)

Nach der tödlichen Attacke mit einem Campingbus in Münster sind weitere Ermittlungsdetails bekanntgegeben worden. Eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65-jähriger Mann aus dem Kreis Borken seien bei der Tat getötet worden, hieß es am Sonntag in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der Zustand der lebensgefährlich verletzten Opfer der Amokfahrt von Münster hat sich nach Angaben der Polizei über Nacht nicht verändert. Es gebe keine weiteren Todesfälle, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmorgen. Wie viele der insgesamt mehr als 20 Opfer in Lebensgefahr schweben, sagt die Polizei weiterhin nicht.

Die Ermittler bestätigten Medienberichte, wonach es sich bei dem Täter vermutlich um einen 48-jährigen Mann aus Münster handele. „Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Das Bundeskriminalamt schaltete ein Website für Zeugenhinweise frei. Unter der Adresse www.bka-hinweisportal.de können Videos oder Fotos hochgeladen werden.

„Süddeutsche Zeitung“, Nord- und Westdeutscher Rundfunk berichteten, der Täter sei in der Vergangenheit „psychisch auffällig“ gewesen.

Das Tatfahrzeug wurde den Angaben zufolge von Experten des Landeskriminalamts untersucht, nachdem mehrere verdächtige Drähte entdeckt worden waren. Die Beamten gaben später Entwarnung. Bei der Durchsuchung des Campingbusses wurden neben der Tatwaffe eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Feuerwerkskörper, sogenannte Polenböller, gefunden. In der Wohnung des Täters entdeckten die Ermittler weitere Knallkörper und eine unbrauchbar gemachte Maschinenpistole.

Der Fahrer war am Samstagnachmittag mit seinem Campingbus in der Münsteraner Altstadt in eine Menschenmenge gerast. Anschließend erschoss er sich selbst. Bei der Attacke wurden nach Angaben der Polizei mehr als 20 Menschen verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Am frühen Sonntagmorgen durften die Anwohner im Sperrbereich rund um den Tatort in Begleitung von Polizisten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Bundesregierung und eine Reihe von Politikern äußerten sich bestürzt über die Bluttat. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich „zutiefst erschüttert“ über die „schrecklichen Geschehnisse“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer „schweren Gewalttat“ und sprach den Betroffenen sein Beileid aus. „Die Meldungen, die uns aus Münster erreichen, sind entsetzlich“, erklärte Steinmeier.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, die Polizei in Münster und in ganz Nordrhein-Westfalen arbeite „mit Hochtouren an der Aufklärung des Sachverhalts“. Der Minister will sich am Sonntag persönlich ein Bild von der Lage in Münster machen. „Ein trauriger, ein schrecklicher Tag für unser Land“, schrieb der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf Twitter. (afp/dpa) 

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