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Jamie Oliver „Jamie’s Italian“-Häuser hoch verschuldet

Was Jamie Oliver anfasst, wird zu Gold - nur seine Restaurant-Ketten nicht. Wieder muss er eine Reihe von Restaurants schließen, bis zu 450 Jobs gehen verloren.

Jamie Oliver
Macht nicht alles zu Geld: „Naked Chef“ Jamie Oliver. Foto: dpa

Seine Bücher verkaufen sich noch immer wie warme Semmeln, auch die Kampagnen für gesunde Schulspeisungen und das Verbot viel zu süßer Softdrinks haben Früchte getragen. Nur mit seinen Restaurant-Ketten hat der weltbekannte Fernsehkoch Jamie Oliver wenig Glück. Gerade muss er wieder eine Reihe von Restaurants schließen, bis zu 450 Jobs gehen verloren.

Der Wirtshaussohn aus der ostenglischen Grafschaft Essex machte seine ersten Schritte in Londoner italienischen Restaurants, zunächst beim legendären, kürzlich verstorbenen Antonio Carluccio, später im nicht weniger berühmten River Cafè an der Themse. Die Liebe zur schlichten, mediterranen Küche zieht sich durch die meisten seiner Bücher – zuletzt war „Jamies 5 Zutaten Küche“ auf der Insel wie im deutschsprachigen Raum ein Riesenerfolg.

Was Restaurants angeht, haben hingegen keineswegs alle Ideen des „Naked Chef“ Erfolg. In den ersten seiner zwischenzeitlich mehr als 50 Restaurants gab er vorrangig benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildungschance und hatte damit guten Erfolg. Seine Idee, unter dem Label „Union Jack“ robuste englische Küche zu verkaufen, scheiterte hingegen kläglich. Das letzte von vier Restaurants musste im vergangenen Jahr schließen. Auch ein Hybridmodell aus Kochschule, Kaffeehaus und Laden überlebte die Berührung mit der Realität nicht lang.

Jamie Oliver hat die Familie sehr reich gemacht

Als die ersten „Jamie’s Italian“-Häuser 2008 eröffneten, strahlte der Glanz des Firmenchefs zwar zunächst auf sie ab. Doch schon bald stellten sich Probleme ein: zu teure Mieten, überdimensionierte Speisekarten, schlechter Service. In den vergangenen Jahren ging der Umsatz stetig zurück. 2017 musste Oliver sechs Restaurants schließen, dennoch entstand ein Verlust von 5,9 Millionen Pfund (6,6 Millionen Euro).

Zu allem Überfluss geriet Oliver im vergangenen Monat auch noch unverschuldet in die Schlagzeilen, weil ein wichtiger Zulieferer, Russell Hume, Gammelfleisch geliefert hatte. Vergangene Woche versammelten sich deshalb die Gläubiger von „Jamie’s Italian“ zu einem Umschuldungstermin. Bitteres Fazit: Zwölf Häuser werden geschlossen, die anderen müssen sich harten Sparmaßnahmen unterziehen.

Zur Höhe der Schulden gibt es unterschiedliche Angaben, das Unternehmen selbst spricht von 7,5 Millionen Pfund (8,4 Millionen Euro). Kein Pappenstiel, aber auch keine echte Katastrophe für das Firmenimperium von Jamie Oliver und seiner Frau Jools. Der 42-Jährige gehört seit beinahe 20 Jahren auf der Insel und weit darüber hinaus zu den Superstars, seine Kochbücher und TV-Serien haben die Familie sehr reich gemacht: Laut Sunday Times lag das Vermögen der Oliver-Familie im vergangenen Jahr bei 150 Mio Pfund (169 Millionen Euro). Am Hungertuch werden die fünf Kinder des erfolgreichen Unternehmerpaares also auch in Zukunft nicht nagen.

Ob der treue Familienmensch aber beim Management von „Jamie’s Italian“ immer so gut beraten ist, wagen Branchenexperten zu bezweifeln. In der City of London rümpft so mancher die Nase über die Person, die Oliver mit dem Turnaround der Restaurantkette betraut hat: Schwager Paul Hunt, der Mann von Olivers Schwester Anna-Marie. Der Finanztrader bekam vor Jahren von der Aufsichtsbehörde wegen Insiderhandels eine hohe Geldstrafe aufgebrummt.

Wenigstens erfreuen sich andere Sparten der Oliver Holdings robuster Gesundheit. Sowohl TV-Shows wie Buchverkäufe spielten zuletzt schöne Millionengewinne ein.

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