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iPal Social Robots übernehmen die Macht

Ob Kindergarten, Altenheim oder Einkaufszentrum: Eine chinesische Firma preist ihre Social Robots als pfiffige und liebevolle Kümmerer der Zukunft.

iPals
Ihr Tag wird kommen: Fertig montierte „iPals“ in einem Lagerraum in der Fabrik in Suzhou. Foto: rtr

Sie heben ruckelnd ihre Ärmchen und drehen sich im Kreis. Hinter der gewölbten Scheibe, die ihr Gesicht darstellen soll, blinkt eine Art Grinsen auf, während sie ein Liedchen trällern. Die Mädchen und Jungen, die um die zwei Roboter herum tanzen, lächeln entzückt, greifen hin und wieder nach dem mechanischen Händchen ihrer neuen Gefährten. Glaubt man dem Imagevideo der chinesischen Firma AvatarMinds, dann ist das die schöne bunte Kinderwelt von morgen.

Dennoch, inmitten all der Ausgelassenheit scheint immer wieder etwas auf, was die Erschaffer dieser „iPal“ genannten Social Robots ihrem eigenen Bekunden nach eigentlich abschaffen wollen: Einsamkeit. 

Wer liest, was die „iPals“ angeblich alles können, und dann sieht, was und wie sie es tun, der findet sich wieder in einem Zustand zwischen Erleichterung und Ernüchterung. Vielleicht sind wir auch zu verwöhnt von den Filmen aus den großen Animationsstudios, deren Programmierer heute alles zu visualisieren vermögen, was sich Science-Fiction-Autoren je ausgedacht haben. Aber es liegt nahe, dass selbst Visionäre wie Isaac Asimov oder Ray Bradbury, beide Erschaffer düsterer und zugleich anrührender Zukunftsvisionen, die 103 Zentimeter großen Roboter aus China eher amüsiert denn beeindruckt zur Kenntnis genommen hätten. 

Als Lehrer, Spielkamerad und zeitweilige Vertretung für die Eltern preist die Firma ihren „iPal“, der inzwischen auch in den USA erhältlich ist. Rund 2500 Dollar kostet die Basisversion, wahlweise als Roboter-Sie (mit rosa Elementen) oder Roboter-Er (einmal dürfen Sie raten) zu ordern. Und weil nicht nur Kinder manchmal einsam sind, obwohl es überall um sie herum flötet und flirrt und flimmert, sondern eben auch alte Menschen ein bisschen Zuwendung vertragen können, empfehlen die Erfinder ihre kleinen Helfer auch für die Altenpflege. 

Und wäre es nicht toll, wenn der elektronische Diener, der angeblich so programmiert werden kann, dass er auch widerspenstige Kinder einzuhegen vermag, sich künftig während des Einkaufs unseres Nachwuchses annähme? Das sollte eigentlich kein Problem sein, haben doch erste Tests in China ergeben, dass 80 Prozent der Mädchen und Jungen total auf die „iPals“ abfahren. Nur fünf Prozent der Kinder fürchteten sich vor den blinkenden Spielkameraden. Auch kein Problem, um die kann sich ja dann ein Mensch kümmern. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier China

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