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Illegale Drogen Zahl der Drogentoten steigt

Bereits im vierten Jahr in Folge ist die Zahl der Drogentoten gestiegen. Die tödlichste illegale Droge ist weiterhin Heroin.

Haupttodesursache im vergangen Jahr war eine Überdosis von Heroin, Morphin oder deren Konsum zusammen mit anderen Substanzen. Foto: dpa

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vierten Jahr in Folge gestiegen. Wie die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler am Donnerstag in Berlin bekannt gab, starben im Jahr 2015 bundesweit insgesamt 1226 Menschen und damit etwa 19 Prozent mehr als Vorjahr. 2014 waren 1032 Menschen durch den Konsum illegaler harter Drogen gestorben, 2013 waren es 1002 und 2012 noch 944.

Haupttodesursache im vergangen Jahr war eine Überdosis von Heroin, Morphin oder deren Konsum zusammen mit anderen Substanzen. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 38 Jahre alt, 84 Prozent von ihnen waren Männer. Die meisten starben in Bayern (314), Nordrhein-Westfalen (182) und Berlin (153).

Nach einer jahrelangen rückläufigen Entwicklung konnte 2015 ein Anstieg um 15 Prozent bei den registrierten Erstkonsumenten von Heroin festgestellt werden. „Heroin ist mit Blick auf die Todesfälle in Deutschland nach wie vor die illegale Droge Nummer eins“, sagte Mortler.

39 Tote durch "Legal Highs"

Ein Anstieg der Todesfälle sei aber auch in Zusammenhang mit dem Konsum von Crack (plus 29 Prozent) und Crystal Meth (plus 22 Prozent) festzustellen. Zudem befinden sich der Drogenbeauftragten zufolge sogenannte Neue psychoaktive Substanzen (NPS), sogenannte „Legal Highs“ auf dem Vormarsch: Im vergangenen Jahr starben insgesamt 39 Menschen in Folge der alleinigen Einnahme von NPS oder in Verbindung mit anderen Substanzen – 2014 waren es 25 Todesfälle durch NPS-Konsum gewesen.

„Legal Highs“ werden oft als legale Alternative zu illegalen Drogen angeboten und im Internet als Badesalze, Kräutermischungen oder Lufterfrischer verkauft. Häufig enthalten sie jedoch Betäubungsmittel oder ähnlich wirkende chemische Substanzen. Ihre genaue Zusammensetzung ist für die Konsumenten meist nicht ersichtlich, auch weil sie von den Produzenten laufend geändert werden, um nicht unter das Betäubungsmittelgesetz zu fallen.

Insgesamt verlagere sich der Drogenhandel zunehmend ins Internet, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch. Rauschgifthändler versuchten, die Anonymität im Netz auszunutzen. Die Polizei müsse mit den neuen Entwicklungen Schritt halten und ihre technische Ausstattung aufrüsten, so Münch. Damit soll in Zukunft Schluss sein: „Kommende Woche wird die Bundesregierung den Gesetzentwurf zu neuen psychoaktiven Stoffen beschließen“, sagte Mortler. „Damit werden vermeintlich harmlose, in der Realität aber brandgefährliche Substanzen endlich verboten.“

Der Gesetzentwurf sieht vor, Handel, Einfuhr, Verbreitung und Herstellung von NPS wie „Legal Highs“ zu verbieten und unter Strafe zu stellen. Außerdem erfasst er im Gegensatz zum Betäubungsmittelgesetz ganze Stoffgruppen, so dass es in Zukunft für die Produzenten nicht mehr möglich sein wird, durch das Ersetzen einzelner Moleküle in den Substanzen die Illegalität zu umgehen.

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