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Hurrikan „Irma“ nimmt Kurs auf Florida

2. UpdateHurrikan „Irma“ verursacht schwere Verwüstungen und macht Tausende obdachlos. Florida bereitet sich auf das Schlimmste vor.

08.09.2017 06:48
Hurrikan „Irma“
Zerstörung und Tote in der Karibik. Foto: rtr

Nach seinem verheerenden Zug über die Karibik nimmt Hurrikan „Irma“ Kurs auf Florida und droht Zerstörungen historischen Ausmaßes anzurichten. „Die Frage ist nicht mehr, ob Florida getroffen wird, sondern wie hart“, hieß es am Freitag vom US-Katastrophenschutz. Millionen Menschen wappneten sich für „Irmas“ Eintreffen am späten Samstag oder Sonntag. Es ist einer der stärksten jemals gemessenen Stürme im Atlantik. Dass er von Kategorie 5 auf 4 heruntergestuft wurde, macht ihn kein bisschen weniger gefährlich.

In der Nacht zum Freitag kostete der Hurrikan in der Karibik mindestens 17 Menschen das Leben. Reisende, auch aus Deutschland, wurden zu besonderer Vorsicht aufgerufen. „Es ist, als wäre jemand mit einem Rasenmäher vom Himmel über die Insel gegangen“, sagte eine Augenzeugin auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten dem Rundfunk NOS.

„Irma“ verursachte nach Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in der Karibik Schäden von rund 10 Milliarden Dollar. „Gemessen an der Schadenssumme war dies der schlimmste Sturm in der Karibik aller Zeiten“, sagte James Daniell vom „Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology“ (CEDIM) am Freitag in Karlsruhe. Besonders schwer getroffen seien die Überseegebiete Großbritanniens, Frankreichs und der Niederlande. 

„Irma“ schlägt eine Schneise der Verwüstung

Die Not auf der schwer getroffenen niederländisch-französischen Karibikinsel Saint-Martin ist nach Angaben der niederländischen Regierung riesig. „Den Inselbewohnern fehlt es an den wichtigsten Lebensgrundlagen“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag nach einem Treffen des Krisenstabs. „Es herrscht totales Chaos.“

Auf dem notdürftig reparierten Flugplatz des niederländischen Inselteils Sint Maarten könnten zur Zeit nur Militärmaschinen landen. Der Seehafen sei nur für Marineschiffe erreichbar. Zwei niederländische Marineschiffe brachten Wasser, Nahrung und andere Hilfsgüter. Weitere Transporte mit Zelten, Medikamenten und Decken sollten folgen.

135 Soldaten sind den Angaben zufolge bereits auf dem niederländischen Teil der Insel eingetroffen, um bei Aufräumarbeiten zu helfen. Weitere 100 sollten am Samstag ankommen. „Wir lassen Sint Maarten nicht im Stich“, sagte Rutte. Über die Zahl der Opfer ist noch wenig bekannt. Bislang war von einem Todesopfer berichtet worden. Sint Maarten gehört mit rund 40.000 Einwohnern als autonomes Land zum Königreich der Niederlande. 

Der französische Teil der Insel sei „zu 95 Prozent zerstört“, zitierte die britische Zeitung „Guardian“ einen örtlichen Beamten. Es gebe keinen Strom, ein Großteil der Straßen sei unpassierbar. Der französische Innenminister Gérard Collomb bezifferte die Zahl der Toten dort und in den anderen französischen Überseegebieten auf acht. 23 Menschen seien verletzt worden. Bereits zuvor war je ein Mensch auf Anguilla (Großbritannien) und Barbuda gestorben.

Außerdem gab es Berichte über Plünderungen. Der staatseigene französische Rückversicherer CCR rechnet damit, dass die Sturmschäden auf den französischen Karibikinseln deutlich über 200 Millionen Euro liegen. Das sagte CCR-Chef Bertrand Labilloy am Freitag im Sender CNews. Es sei allerdings noch viel zu früh, um präzise Zahlen zu geben.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Irma

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