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Hochhausbrand in London Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Bei der Brandkatastrophe in London kamen mindestens 80 Menschen ums Leben. Jetzt ermittelt Scotland Yard wegen fahrlässiger Tötung gegen Bezirksrat und Wohnungsgesellschaft. Aus Sicht der Opfer ist das nicht genug.

28.07.2017 11:03
Grenfell Tower
Bei dem Brand im Grenfell Tower am 14. Juni kamen mindestens 80 Menschen ums Leben. Foto: Isabel Infantes/London News Pictures via ZUMA

Nach dem Londoner Hochhausbrand mit mindestens 80 Toten ermittelt Scotland Yard wegen gemeinschaftlicher fahrlässiger Tötung. Medienberichten zufolge sind der örtliche Bezirksrat von Kensington und Chelsea sowie die Wohnungsgesellschaft, die das Hochhaus verwaltete, im Visier der Ermittler.

In einem Schreiben an die ehemaligen Bewohner des Grenfell Tower hieß es, die Polizei habe Anlass zu vermuten, dass beide Organisationen sich der gemeinschaftlichen fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hätten.

Die neue Bezirksratschefin Elizabeth Campbell sagte über das Schreiben: „Unsere Anwohner verdienen Antworten auf den Brand im Grenfell Tower, und die polizeiliche Untersuchung wird sie liefern.“ Der Rat unterstütze die Untersuchung und werde mit der Polizei kooperieren. Campbells Vorgänger sowie der Chef der Wohnungsgesellschaft waren nach der Brandkatastrophe zurückgetreten.

„Anwohner verdienen Antworten auf Brand im Grenfell Tower“

Betroffenenvertreter begrüßten die Ermittlungen gegen die beiden Organisationen, sehen sie aber nur als ersten Schritt. „Richtlinien werden nicht von Körperschaften gemacht und umgesetzt, sondern von Menschen“, sagte die Gruppe „Justice 4 Grenfell“ („Gerechtigkeit für Grenfell“) in einer Stellungnahme. Die Betroffenen wollten daher auch einzelne Personen vor Gericht sehen, hieß es. „Das ist keine Frage des Entweder-oder. ... Wir wollen beides.“

Bei dem Brand in dem Sozialbau am 14. Juni kamen mindestens 80 Menschen ums Leben. Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit über die Außenfassade aus. Bewohner hatten sich vor der Katastrophe immer wieder über mangelnden Brandschutz in dem Gebäude beschwert. (dpa)

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