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Hinrichtungen mit Giftspritze Pharma-Hersteller scheitert mit Klage gegen Hinrichtung

Der deutsche Pharma-Konzern Fresenius Kabi scheitert vor einem US-Gericht mit dem Versuch, die geplante Hinrichtung eines Straftäters stoppen zu lassen. Der Konzern wollte den Einsatz seiner Präparate bei der Todesstrafe verhindern.

12.08.2018 08:26
Hinrichtungszelle in Arizona
Blick in eine Hinrichtungszelle in Arizona. Foto: rtr

Der deutsche Pharmakonzern Fresenius Kabi ist vor einem US-Gericht mit dem Versuch gescheitert, die geplante Hinrichtung eines Straftäters stoppen zu lassen. Der Konzern hatte vor dem Gericht im Bundesstaat Nebraska argumentiert, er könne nicht zulassen, dass bei der Hinrichtung per Giftspritze zwei seiner Präparate zum Einsatz kommen. Dies würde den Ruf des Unternehmens schädigen. Richter Richard Kopf wies den Antrag in seinem am Freitag ergangenen Urteil zurück.

In Nebaska soll am Dienstag der wegen Mordes verurteilte Carey Dean Moore mit einem Giftcocktail aus vier verschiedenen Mitteln hingerichtet werden. Woher die Mittel stammen, wollten die Behörden nicht verraten. Fresenius Kabi vermutete, dass zwei dieser Präparate aus seiner Produktion stammten. Der Konzern verkauft seine Produkte nach eigenen Angaben aber grundsätzlich nicht an Behörden, die sie für Hinrichtungen nutzen wollen.

Der Konzern fürchtet bei der Verwendung seiner Substanzen für eine Hinrichtung auch eine „erhebliche Rufschädigung“ und begründete dies mit der in Europa vorherrschenden ablehnenden Haltung zur Todesstrafe.

Richter Kopf wies den Antrag auf Verfügung gegen die Nutzung der Mittel ab: Die Klage des Konzerns sei zu spekulativ, da die Behörden nicht mitgeteilt hätten, wer die Präparate in der Giftspritze hergestellt habe. Der Richter verwies darauf, dass ein weiterer Aufschub der Hinrichtung deren Vollzug allgemein in Frage stellen würde: Zwei der Mittel näherten sich rapide ihrem Verfallsdatum, und es gebe keine „realistische Alternativen“.

US-Bundesstaaten, welche die Todesstrafe vollstrecken, haben es zunehmend schwer, an die Mittel für ihre Giftspritzen zu kommen. Immer mehr Pharmakonzerne lehnen einen Verkauf ihrer Substanzen für diesen Zweck ab.

Fresenius Kabi verdächtigt die Behörden in Nebraska, sich die Präparate illegal besorgt und damit die Richtlinien der Firma umgangen zu haben. Nebraskas Vertreter beteuerten, die Mittel legal erworben zu haben, sie machten aber keine näheren Angaben dazu.

Exekutiert werden soll der 1974 wegen Mordes an zwei Taxifahrern verurteilte Carey Dean Moore. Er selbst geht nicht gegen seine Hinrichtung vor. Findet diese wie geplant statt, wäre es die erste Vollstreckung einer Todesstrafe in Nebraska seit 21 Jahren – und die erste dortige Hinrichtung per Giftspritze.

Der Bundesstaat plant die Verwendung von vier Substanzen: Es handelt sich um das Beruhigungsmittel Diazepam, das Betäubungsmittel Fentanylcitrat, das Mittel Cisatracurium zur Muskelentspannung sowie Kaliumchlorid, das den Herzschlag beendet. (afp)

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